Kultur : Eingetopft

16 Studenten zu Gast in der Galerie Michael Janssen

Jens Pepper

Im Juli war Schluss. Michael Janssen beendete seine Galeriearbeit in Köln und ist seitdem bloß noch in Berlin präsent. Dort hatte er im Frühjahr 2007 eine Dependance eröffnet. Doch er bleibt seiner alten Heimat verbunden und hat den Kölner Künstler Walter Dahn zur Sommerausstellung mit Arbeiten seiner Studenten an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig eingeladen: 16 Studenten aller Jahrgänge sind vereint. Sie zeigen Malerei und Zeichnung, etwas Fotografie und sehr spärlich Skulptur und Videokunst (Preise ab 200 bis 5000 €).

In einer Ausstellung von Studierenden darf man naturgemäß nicht nur Kunstwerke in voller Reife und Stilsicherheit erwarten. So ist das Bild von Monika Aumann klar in Kenntnis der Arbeiten von Robert Lucander entstanden, und auch bei anderen Künstlern sind Einflüsse quer durch die neuere Kunstgeschichte zu entdecken – von der Arte Povera über Wolfgang Tillmans bis hin zu den wilden Malern der achtziger Jahre.

Zu den auffälligsten Künstlern gehört der 1979 geborene Christof Mascher, und so ist es wohl kein Zufall, dass er von Janssen bereits vertreten wird. Kleine Tuschen auf Holz sowie kräftige Öl- und Klarlackbilder locken den Besucher. Schade nur, dass die besten Bilder unverkäuflich sind. Sehenswert sind aber auch die absurden Bleistiftzeichnungen der 26-jährigen Nschotschi Haslinger: Szenen irgendwo zwischen Idyll und Alptraum.

Andere Zeichner wandeln noch auf konventionellen Pfaden: Fränze Hoppe, Lea Rochus und Eva Schmidt und auch die Maler Paul Krüger und Dragutin Banic sind sicherlich längst nicht zu ihrer Höchstform aufgelaufen. Das gilt für die meisten der Ausstellenden. Dennoch macht es Spaß, durch die Galerie zu schlendern und sich mit Arbeiten der kommenden Künstlergeneration konfrontiert zu sehen. Jens Pepper

Galerie Michael Janssen, Kochstr. 60, bis 23.8.; Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-18 Uhr.

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