Kultur : Einigung

jök

Kent Nagano soll nach dem erklärten Willen der Rundfunk-Orchester und Chöre GmbH (ROC) auch nach dem Jahr 2003 in Berlin gehalten werden. Nach einer mehrstündigen Sitzung sprachen sich die Gesellschafter am Freitag für eine zügige Fortsetzung der Verhandlungen mit dem Chefdirigenten des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) über seinen Verbleib in Berlin nach dem Auslaufen seines jetzigen Vertrages aus. Die Gesellschafter hätten sich über Änderungen im Gesellschaftsvertrag und der Geschäftsordnung der Dachgesellschaft ROC geeinigt, hieß es in einer Erklärung ohne weitere Einzelheiten.

Streitpunkt war vor allem die Funktion der neuen ROC-Intendantin Bettina Pesch. Das Deutschlandradio als wichtigster Geldgeber und ROC-Mehrheitsgesellschafter hatte sich hinter Frau Pesch gestellt, während Nagano sich gegen allzu weitreichende Kompetenzen der Intendantin für das DSO aussprach. Mit der Einigung dürfte die von Pesch erstellte neue ROC-Geschäftsordnung, die ihr auch die künstlerische Hoheit über das DSO zusprach, vom Tisch sein. Aus Orchesterkreisen heißt es, dass nun eine neue Geschäftsordnung erarbeitet wird.

Ursprünglich hatten die ROC-Gesellschafter - der Bund, das Land Berlin, das Deutschlandradio und der SFB - Frau Pesch entgegen einer früheren Zusicherung gegenüber Nagano nicht nur den Status einer Geschäftsführerin, sondern den einer Intendantin zugestanden. Nagano hatte eine Einflussnahme auf seine Planungen befürchtet und seinen Verbleib von einer Zusicherung der künstlerischen Autonomie des DSO abhängig gemacht. Jetzt wird der Stardirigent seinen bis 2003 gültigen Vertrag voraussichtlich doch verlängern.

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