Kultur : Einladung zur EntdeckungsreiseTermine, Tipps und Ticketpreise:

das siebte Art Forum Berlin

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Junge Kunst zu erleben, kann anstrengend sein. In Museen spielt sie naturgemäß eine Nebenrolle und selbst Kunstvereine können immer nur einen kleinen Ausschnitt der Gegenwartskunst zeigen. Und wer weiß schon, wo die interessantesten Ateliers, die besten Galerien und Projekträume in der eigenen Stadt verborgen sind – geschweige denn in anderen Städten?

Wenn heute das siebte Art Forum Berlin seine Tore öffnet, ist das Auftakt einer Präsentation von 152 Galerien aus 25 Ländern, die insgesamt Arbeiten von 1200 Künstlern präsentieren. Es ist die Einladung zu einer Rundreise durch die Gegenwartskunst: Die Galerien kommen aus Moskau und Brooklyn, aus Mexiko und Helsinki, aus Tel Aviv und Bratislava. Dabei ist der Fokus in diesem Jahr noch stärker auf zeitgenössische Kunst gerichtet, als es in den vergangenen Jahren schon der Fall war. Entsprechend dem sinkenden Durchschittsalter der Aussteller gibt es wieder spezielle „Project Spaces“ für Nachwuchsgaleristen. Auf Sonderständen präsentieren sich außerdem internationale Kunstzeitschriften oder Institutionen und Verbände wie das Kunstmuseum Wolfsburg und der Bundesverband Deutscher Galerien.

So gilt es zunächst Strategien zu entwickeln, um sich in dem großen Angebot zu orientieren. Wer sich nicht einfach treiben lassen möchte, kann gezielt etwa nach Fotografie schauen. Dann lohnen immer Besuche bei den Berlinern Kicken oder Bodo Niemann, der in diesem Jahr zeitgenössische Fotografie seit 1970 zeigt. Wer eher an Raumkonzepten interessiert ist, kommt vielleicht bei der Berliner Galerie Koch und Kesslau auf seine Kosten, deren doppelstöckiger Messestand im letzten Jahr einen Preis gewonnen hat. 16 teilnehmende Galerien aus Skandinavien ermöglichen einen schnellen Einblick in die nordische Kunstszene, hier gehörte der Stand der Kopenhagener Galerie Wallner in den letzten Jahren zu den Höhepunkten. Eine viel versprechende rheinische Kooperation gibt es in diesem Jahr am Gemeinschaftsstand der Galerien Luis Campagña und Konrad Fischer. Und wer die Messe lieber mit geschulter Begleitung durchstreift, kann an den organisierten Führungen teilnehmen (art:berlin, Tel. : 030-220055).

Künstler als Werteentwickler

Dazwischen gibt es Ruhezonen, für die Künstler Raumkonzepte entwickelt haben. Eine benutzbare Raumskulptur von den Berliner Künstlern Kai Schiemenz und Tilman Wendland entstand in der Talklounge, wo täglich zwei Diskussionsrunden stattfinden werden (jeweils 15 und 17. 30 Uhr). Den Auftakt macht eine Podiumsdiskussion über Mexiko am Donnerstag. Am frühen Abend geht es um neue Ausstellungskonzepte, unter anderem mit den Kuratoren Rein Wolfs und Barbara Steiner. In der Talklounge wird es Gespräche über die Kunstszenen in England, Turin und Ungarn geben, über die Zukunft der Fotografie und den Künstler als „Werteentwickler“. Den Abschluss bilden am Sonntag Diskussionen über Kunst und Design und die Zukunft elektronischer Medien.

Und weil das Art Forum nicht nur ein kultureller, sondern auch ein gesellschaftlicher Höhepunkt ist, sei nicht nur auf die Vernissage hingewiesen (heute 16-21 Uhr, Eintritt für zwei Personen 30 Euro), sondern auch auf das darauffolgende Fest im Palais am Funkturm, bei dem der DJ und Tagesspiegel-Kolumnist Daniel Haaksman für die Musik sorgt (ab 23.30 Uhr, Eintritt 5 Euro). Katrin Wittneven

Art Forum Berlin, Messegelände Berlin, Hallen 21 bis 23, Eingang Halle 21 (Masurenallee), 26. -30. September, 12-20 Uhr, 30. September bis 18 Uhr, Tageskarte 12 Euro, Abendkarte ab 17 Uhr 8 Euro. Weitere Informationen unter www.art-forum-berlin.de

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