Eklat bei Poetik-Dozentur : Berliner Schriftsteller irritiert an Frankfurter Uni

Michael Kleeberg hat bei seiner Poetik-Gastdozentur in Frankfurt am Main mit Äußerungen zu Muslimen in Deutschland für Irritationen gesorgt.

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Der Berliner Schriftsteller Michael Kleeberg.
Der Berliner Schriftsteller Michael Kleeberg.Foto: picture alliance / Arno Burgi/dp

Ungeschick, Provokation oder Missverständnis? Der 57-jährige Berliner Schriftsteller Michael Kleeberg hat bei seiner Poetik-Gastdozentur an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main für Irritationen gesorgt. Der Autor, der lange im Libanon, in Syrien und Ägypten gelebt hat und dessen Werk auch ins Arabische übersetzt wurde, sprach unter dem Titel „Zu besserem Verständnis“ – ein Zitat aus Goethes „West-östlichem Divan“ – von einem „Riss“, der mitten durch ihn hindurchgehe und den Staatsbürger vom Künstler trenne.

In der Rolle des Bürgers ließ Kleeberg seinen Ressentiments freien Lauf. Er warnte vor der Überlagerung einer Mehrheitsgesellschaft durch eine Minderheitsgesellschaft, den Muslimen in Deutschland und beschrieb die „irrsinnige Hoffnung“, dass sich irgendwann das „Nazi-Gen“ in einem „Multikulti-Gen“ auflösen werde. Die Universität ging auf Abstand und stellte der nächsten Vorlesung eine Distanzierung durch die Germanistin Susanne Komfort-Hein voran. Kleeberg verteidigte seine Äußerungen als „Denkbewegung“ und beklagte, die Vorwürfe beruhten auf der Verwendung isolierter Einzelzitate. Die Aufnahme von einer Million Flüchtlingen in Deutschland habe viele Fragen und Ängste aufgeworfen.

Kleeberg versicherte: „Ich bin niemand, der auf Meinungen sonderlich viel gibt, meine eigenen eingeschlossen."

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