Ellen Blumenstein : Neue Chefin für die Berliner Kunst-Werke

Anfang 2013 tritt Susanne Pfeffer als Chefkuratorin der Berliner Kunst-Werke ab. Ihre Nachfolgerin wird die in Berlin bereits bekannte Ellen Blumenstein. Ein Portrait

Ellen Blumenstein wird die neue Chefkuratorin der Berliner Kunst-Werke.
Ellen Blumenstein wird die neue Chefkuratorin der Berliner Kunst-Werke.Foto: Ellen Blumenstein

Ellen Blumenstein wird die neue Chefkuratorin der Berliner Kunst-Werke. Die 1976 im hessischen Witzenhausen geborene Ausstellungsmacherin tritt Anfang 2013 die Nachfolge von Susanne Pfeffer an, die in den vergangenen sechs Jahren das künstlerische Profil der Einrichtung prägte. Deren Ausstellungsprogramm läuft noch bis ins Frühjahr 2013 mit einer Werkschau des ägyptischen Künstlers Wael Schawky, der zwanzig Neuproduktionen umfassenden Gruppenausstellung „One on One“ und der ersten Retrospektive von Christoph Schlingensief. Ihre eigene Planung für die Kunst-Werke will Ellen Blumenstein, die 2011 den isländischen Pavillon auf der Biennale di Venezia betreute und gegenwärtig am Rotterdamer Piet Zwart Institute / Willem de Kooning Institute unterrichtet, allerdings erst Ende des Jahres vorstellen. So viel steht jetzt schon fest: Es soll eine verstärkte Kooperation mit dem Museum of Modern Art PS1 in New York geben.

In Berlin besitzt Blumenstein längst einen Namen, zumal in den Kunst-Werken selbst. Zwischen 1998 und 2005 arbeitete sie bereits für das Haus als Ausstellungsorganisatorin und war zusammen mit Gründungsdirektor Klaus Biesenbach und Felix Ensslin für die Gruppenschau „Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung“ (2005) verantwortlich. Blumenstein ist Mitbegründerin des Kuratorinnenkollektivs „The Office“, das international Performances, Interventionen und Ausstellungen organisiert, unter anderem mit Erik Bünger, Dan Graham und Olaf Nicolai. Seit zwei Jahren betreibt sie die Veranstaltungs- und Diskussionsplattform Salon Populaire und war damit eine maßgebliche Initiatorin der kulturpolitischen Debatte um die gesellschaftliche Funktion von Kunst in Berlin. So gehörte sie zu den Verfasserinnen des offenen Briefes „Haben und Brauchen“, mit dem Künstler und Kreative im vergangenen Jahr die von Klaus Wowereit initiierte Ausstellung „Based in Berlin“ scharf kritisierten und die mangelnde Förderung Berliner Kunstprojekte jenseits des städtischen Marketings beklagten. Mit Ellen Blumensteins Wahl zur Chefkuratorin dürfte sichergestellt sein, dass sich die Kunst-Werke als Institution ihre kritischen Geist bewahren und dem neuen Trend der Auguststraße zum Glamourösen weiterhin entgegenstehen. NK

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben