Kultur : Eloquent

ECKART SCHWINGER

Künstler aus Jerusalem zum 50jährigen Bestehen IsraelsVON ECKART SCHWINGERDas Ernste und Heitere lagen in diesem Konzert anläßlich des 50.Jahrestages der Gründung des Staates Israel dicht beieinander, wie es zum Beispiel auch der Fall ist bei den Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart.Und der hatte auch das letzte Wort an diesem Abend der Deutsch-Israelischen Gesellschaft im Schauspielhaus.Zunächst hatten das Wort bei den Festansprachen Generalkonsulin Miryam Shomrat, danach Botschafter a.D.Klaus Schütz.Von der weltpolitischen Bedeutung der Staatsgründung Israels, von Friedenssehnsucht und Versöhnung war zum einen die Rede, zum anderen (und besonders beifällig aufgenommen) von neuralgischen Punkten und politischen Verpflichtungen.Auf besonders schöne und sinnfällige Weise traten nicht zuletzt die musikalischen Botschafter Israels in Aktion.Es musizierten junge Mitglieder des Jerusalem Symphony Orchestra, des renommierten Orchesters, das einst Gary Bertini und Lawrence Foster leiteten und das nunmehr unter dem hierzulande gern gesehenen und geschätzten David Shallon spielt.Oedoen Partos, als Lehrer und Leiter der Musikakademie von Tel Aviv einer der großen Wegbereiter der israelischen Musik, war mit einem Concertino für Streichquartett zu hören.Es steht Bartók nahe und schlägt doch eigene, gleißende, tänzerisch vielgesichtige und verdichtete Töne an.Spontan kamen die Israeli Songs herüber - eine Folge israelischer Volkslieder, für Streichquartett bearbeitet von Meir Mindel, die mit dem "Goldenen Jerusalem" endete.Und neben dem selten gespielten Beethovenschen Sextett op.81 b, bei dem die beiden vorzüglichen Hornistinnen Birgit Kölbl und Michal Mossek mit ebensoviel Eloquenz wie Eleganz hervortraten, war das Mozartsche Divertimento für zwei Violinen, Viola, Violoncello und zwei Hörner in D-Dur KV 334 das besondere musikantische Vergnügen des festlichen Abends.Da wurde rundum ein heller, lichtdurchlässiger und auch kecker Mozart serviert.Den langsamen A-Dur-Satz, ein kleines Violinkonzert, spielte die Konzertmeisterin Bat-Sheva Savaldi-Kohlberg mit seidenfeinem Ton und glitzernder Technik.Bei allem Glücksgefühl, das dabei die Künstler aus Jerusalem vermittelten, sie tänzelten nie an der Oberfläche entlang, sondern lauschten auch auf das, was hinter der Mozartschen U-Musik verborgen ist und förderten so manche schmerzlich schöne Klangnuance zutage.Mit der israelischen Nationalhymne klang der nachdenklich stimmende Abend im Haus am Gendarmenmarkt aus, gesungen von Oberkantor Estrongo Nachama auf unvergleichliche, ergreifende Art.

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