Kultur : Emdens First Lady

Die Geschäftsführerin der Kunsthalle Emden, Eske Nannen, erhielt gestern im Lapidarium am Halleschen Ufer, dem gegenwärtigen Schauraum der Berlinischen Galerie, den mit 27 000 Mark dotierten "Friedlieb Ferdinand Runge-Preis für unkonventionelle Kunstvermittlung 1999".Der Preis - von Kultursenator Peter Radunski übergeben, in vor fünf Jahren zu Ehren des langjährigen Leiters der Berlinischen Galerie, Eberhard Roters, eingerichtet - unterstützt Menschen, die sich für die Vermittlung von Kunst und Kultur einsetzen.

In seiner Laudatio hob Jörn Merkert, jetztiger Direktor der Berlinischen Galerie, die besonderen Leistungen der Preisträgerin hervor, die unermüdlich für die Einrichtung einer Malschule kämpfte, einen Museumsshop einrichtete und Sponsoren für den geplanten Museumsneubau suchte.Ihr besonderes Verdienst sei es, so Merkert, sich gegen die Realitäts- und Sachzwänge "von Kleinmütigen, Hasenfüßigen, Bravbürgern und Ideenlosen" zu wenden.So konnte sie mit Überzeugungskraft den Galerieneubau für die Schenkung des Münchner Galeristen und Sammlers Otto van de Loo durchsetzen.Von den erwarteten Baukosten in Höhe von 16 Millionen Mark trug Eske Nannen bisher 14 Millionen zusammen, so daß der Bau voraussichtlich im Frühjahr 2000 eröffnet werden kann.

Der Runge-Preis wird von der Stiftung Preußische Seehandlung und der Berlin Hannoverschen Hypothekenbank alle zwei Jahre ausgeschrieben.Der Namensgeber, Friedlieb Ferdinand Runge (1795-1867), ein Wissenschaftler unkonventioneller Art, war Pionier in der Farbchemie und entdeckte unter anderem das Koffein.Die Preisverleihung wurde genutzt, um das neue "Eberhard-Roters-Stipendium für junge Kunst" anzukündigen, das im Wechsel mit dem "Friedrich Ferdinand Runge-Preis" vergeben wird.Das mit 30 000 Mark dotierte Stipendium beinhaltet neben finanzieller Unterstützung den Ankauf eines Werks durch die Berlinische Galerie.

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