Kultur : Emigrantin, Theaterstar, Fernsehtragödin

Legendär wurde Maria Becker als Tragödin auf der Bühne, daneben trat sie aber auch in Fernsehserien wie „Derrick“ oder „Der Alte“ und in Kinofilmen wie in István Szabós Drama „Zauber der Venus“ auf. Jetzt ist die gebürtige Berlinerin, die vor den Nazis in die Schweiz floh, mit 92 Jahren gestorben.

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Foto: Ferdinand Ostrop, dpaFoto: picture-alliance / dpa

Die Schauspielerin Maria Becker ist tot. Sie starb, wie das Zürcher Schauspielhaus mitteilte, am Mittwoch im Alter von 92 Jahren. Legendär wurde sie als Tragödin auf der Bühne, daneben trat sie aber auch in Fernsehserien wie „Derrick“, „Der Alte“ oder „Siska“ und in Kinofilmen wie in István Szabós Drama „Zauber der Venus“ auf. Becker wurde 1920 in Berlin geboren. Als ihre Mutter, die jüdischer Abstammung war, am Deutschen Theater Berlin Berufsverbot erhielt, floh die Tochter mit ihr über Wien nach London. 1938 landete Becker als Teil des legendären Emigrantenensembles am Züricher Schauspielhaus. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Leopold Lindtberg und Leonard Steckel. Bertolt Brecht besetzte sie 1943 in der Doppelrolle der Shen Te/Shui Ta in der Uraufführung seines „Guten Menschen von Sezuan“. Daneben gastierte Maria Becker am Wiener Burgtheater, bei den Salzburger Festspielen oder am Berliner Renaissance-Theater. Seit 1975 war sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Ihren letzten großen Auftritt hatte sie 2007 als Madame Pernelle in Matthias Hartmanns Züricher „Tartuffe“-Inszenierung.Tsp

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