Kultur : „Endlich Land in Sicht“

Staatsoper: Echo auf die Geldspritze vom Bund

Christiane Peitz

Die Berliner Opernhäuser reagieren positiv auf die gestern veröffentlichte Ankündigung des Bundes, 50 Millionen Euro für die Sanierung der Staatsoper bereitzustellen. Kirsten Harms, Intendantin der Deutschen Oper, sagte dem Tagesspiegel: „Das ist eine sehr gute, kluge Entscheidung. Sie bedeutet keine Bevorzugung der Staatsoper, ihre Sanierung kommt der Berliner Opernlandschaft insgesamt zugute.“ Andreas Homoki, Intendant der Komischen Oper, freut sich ebenfalls: „Endlich Land in Sicht, nach dem jahrelangen Hickhack, das uns alle belastet hat. Ein Bekenntnis des Bundes zur Staatsoper ist ein Bekenntnis zum Opernstandort Berlin insgesamt.“ Die vergleichbare, wenn auch geringere Bundesfinanzspritze von 1,8 Millionen Euro vor fünf Jahren für die Staatskapelle unter Daniel Barenboim hatte bei der Deutschen Oper und der Komischen Oper noch zu Unmut geführt, da sie den laufenden Betrieb subventioniert.

Die neuen Bundesgelder sind als „Verpflichtungsermächtigung“ für das Haushaltsjahr 2008 beschlossen. Dass der Beschluss noch vor den Berliner Wahlen zustande kam, verdankt sich auch der Tatsache, dass der Bundesanteil für „städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen“ der Hauptstadt einen Ausgaberest von 65 Millionen Euro aufweist. Unter anderem konnten Mittel beim Abriss des Palastes der Republik eingespart werden. Dies kam auch bei der Sitzung des Bundeskulturausschusses am Mittwoch zur Sprache, bei der die Finanzierung der Schlossplatzgestaltung und der Humboldt-Box verhandelt wurden. Auf die Möglichkeit, die Staatsopern-Sanierung aus dem Titel des Bundesbauministeriums zu finanzieren, hatte die CDU bereits im März in einem Brief an die Bundeskanzlerin hingewiesen.

Wie gemeldet, sind die Bundesmittel an eine Bedingung geknüpft: Berlin soll sich an den Sanierungskosten (rund 130 Millionen Euro) ebenfalls mit 50 Millionen Euro beteiligen. Der Posten wird nicht aus dem Etat des Kultursenators aufgebracht. Das Land muss die Investitionssumme ohnehin erst im Doppelhaushalt 2010/2011 einstellen, da zum geplanten Baubeginn 2009 neben den Bundesgeldern zunächst die vom privaten Förderverein zugesagten 30 Millionen Euro verwendet werden können. Die Haushaltsverhandlungen für diesen Zeitraum beginnen im kommenden Frühjahr. Ähnliche Konstruktionen der Bund-Berlin-Finanzierung gab es bereits bei der Topographie des Terrors und anfangs auch bei der Museumsinsel. Der sich stetig verteuernde Topographie-Neubau von Peter Zumthor scheiterte jedoch am Berliner Sparzwang. Die Kosten der Sanierung der Museumsinsel trägt der Bund inzwischen allein, nachdem Berlin nicht mehr in der Lage war, seine Beiträge aufzubringen.

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