Kultur : Endzeit-Jubiläum

Das Berliner Ensemble, 1949 von Bertolt Brecht und Helene Weigel gegründet, hat am Sonnabend, dem 19.September, mit Brechts "Die Rundköpfe und die Spitzköpfe" seine erste Premiere in der 50.Spielzeit.Das Jubiläum schließt zugleich eine Epoche ab - im November 1999 übernimmt Claus Peymann das Berliner Ensemble und wird ihm einen neuen Charakter geben.Die amtierende Leitung des BE (Stephan Suschke, Herbert Sauberbaum, Holger Teschke) aber will keinen Trümmerhaufen hinterlassen, sondern einen vernünftigen Wechsel ermöglichen.Dem gelten die Anstrengungen der nächsten Monate."Die Rundköpfe und die Spitzköpfe", in Berlin 1983 durch Alexander Langs Inszenierung am Deutschen Theater bekannt geworden, inszeniert Klaus Emmerich, zum ersten Mal wird die Musik Hanns Eislers in der Originalinstrumentation gespielt.Am 3.Oktober folgt die Berliner Premiere der in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen entstandenen Robert-Wilson-Inszenierung von Georg Büchners "Dantons Tod" (Aufführungen bis zum 5.November).Stephan Suschke inszeniert danach "Schwarzfahrt zu Medea" mit Texten von Lothar Trolle, Heiner Müller und anderen (Premiere 5.Dezember), Klaus Emmerich übernimmt die Regie zu Heiner Müllers "Anatomie Titus Fall of Rome" (Januar 1999).Für das Frühjahr 1999 wird die Uraufführung eines neuen Stücks von Christoph Hein versprochen, Arbeitstitel "Lustspiel" - eine Geschichte aus Deutschland, angesiedelt in diesem Jahrzehnt.

Ab Mai nächsten Jahres beginnen dann Bauarbeiten, das Dachgeschoß des Theatergebäudes wird ausgebaut und eine zweite Probebühne errichtet.Übrigens kann Claus Peymann ein Theater übernehmen, das sich erstaunlicher Publikumsgunst erfreut.In der letzten Spielzeit kamen fast 50 000 Zuschauer mehr als vorher, eine Umfrage bestätigt einen hohen Anteil junger Zuschauer und eine große Neugier auf das Theater Brechts. Fu.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben