Ensslin, Baader, Raspe : Weitere RAF-Totenmasken aufgetaucht

Auch das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart besitzt RAF-Totenmasken, wie sie derzeit in einer Ausstellung in der Esslinger Villa Merkel für Wirbel sorgen.

Die Masken wurden von den Gesichtern der toten Terroristen Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe abgenommen. „Wir haben sie vor ein paar Jahren von einer Landesstelle überlassen bekommen – mit der Vereinbarung, sie nicht in die Dauerausstellung zu nehmen“, sagte Thomas Schnabel, Direktor des Hauses der Geschichte. Wie sie in den Besitz des Landes gekommen seien, wisse er nicht. Ein Gerichtsmediziner hatte die Totenmasken kurz nach dem Selbstmord der Terroristen im Gefängnis Stuttgart-Stammheim im Oktober 1977 angefertigt.

Pläne, sie öffentlich zu zeigen, gebe es nicht, betont Schnabel. „Als Museum tragen wir viele historische Stücke zusammen, die wir längst nicht alle ausstellen.“ So hätten sie auch die Totenmaske von NS-Generalfeldmarschall Erwin Rommel im Archiv. Sie wurde bei der Ausstellung „Mythos Rommel“ für eine begrenzte Zeit öffentlich ausgestellt. Schnabel bedauerte, dass das Thema wegen des Streits um die Ausstellung in der Villa Merkel „jetzt so hochkocht“. Die Verantwortung dafür sieht er bei den Esslingern und dem Kunsthändler Andreas Albrecht, der die Masken Anfang 2009 für rund 20 000 Euro von der Tochter des Tübinger Bildhauers Gerhard Halbritter erworben hatte. Schnabel sagte: „Ich denke, dass so was auf dem freien Markt nichts verloren hat.“ Neben den Stücken, die in Esslingen zu sehen sind, gibt es laut Schnabel mindestens zwei bis vier weitere Sätze. (dpa)

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