Kultur : Enterich und Entertainer

MUSIKTHEATER

Richard Kropf

Was der Welt fehlt? Pattexamol. Die tierischen Bewohner des afrikanischen Congabonga haben – vom Hunger getrieben – Wurzeln eines giftigen Baumes gegessen, und jedem der lacht, fällt sein „Du-weißt-schon“ ab. Deshalb verbietet die Regierung das Lachen. Hier beginnt das neueste Abenteuer von Herman van Veen und seinem mittlerweile weltbekannt gewordenen Enterich Alfred Jodocus Kwak. Dieser begibt sich auf die Reise an den Anfang des Regenbogens, denn nur dort gibt es das Allheilmittel Pattexamol.

Der Liedermacher präsentiert im Theater am Kurfürstendamm (noch bis 30.12) seine Parabel auf die Probleme dieser Welt: Hunger, Armut, Aids – vor allem unter Kindern. Und für Kinder arbeitet er diese Themen auch auf: Alfred (Lilja Hermannsdottir) reist auf einem riesigen Hochgeschwindigkeits-Fahrrad durch die Welt, aus dem Auspuff quellen Seifenblasen, und wer sein „Du-weißt-schon“ verliert, kann eben nicht mehr „Pipi machen“. Van Veen strahlt mit großen Augen und einer unaufgeregten Darstellung eine Entspanntheit aus, die ihm und seinem singenden, tanzenden Ensemble zahlreiche amüsante Improvisationen gestattet. Nach der Ankunft am Anfang des Regenbogens geht ein begeistertes Premierenpublikum mit einem Unicef-Spendenaufruf nach Hause: Geld sammeln. Denn auch Pattexamol hat seinen Preis.

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