Kultur : Entscheidet der Osten die Wahl?: Schwarze Zahlen

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Die Landschaften blühen nicht, die Stimmung ist schlecht, die Fakten sprechen eine deutlich Sprache. Wirtschaftlich können die fünf östlichen Bundesländer nicht zum Westen aufschließen. Die Arbeitslosenquote ist mit 19,1 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Westen mit 8,3 Prozent. Und die Arbeitsplätze, die es gibt, sind weniger produktiv als die im Westen. Das Bruttoinlandsprodukt je Ost-Erwerbstätigen erreicht nur knapp 70 Prozent des West-Niveaus, auf Einwohner bezogen werden gar nur 60 Prozent erreicht. Die Annäherung der für die Wettbewerbskraft entscheidenen Lohnstückkosten vollzieht sich zu langsam. Sie betragen immer noch 112,6 Prozent im Vergleich zum Westen.

Die Misere in der Bauwirtschaft hat vor allem den Osten Deutschlands hart getroffen, denn Bauinvestitionen machten dort vor wenigen Jahren noch ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts aus. Heute stehen über eine Million Wohnungen leer. Die Stadt Leipzig beklagt einen Leerstand bei den Bürogebäuden von 23,5 Prozent. Im Westen sind bis zu fünf Prozent normal.

Das alles kostet Geld: Allein die Maßnahmen für aktive Arbeitsmarktpolitik verschlangen im Jahr 2000 zehn Milliarden Euro. Die West-Ost-Transfers innerhalb der Sozialsysteme und im Länderfinanzausgleich werden auf 70 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Der Solidarpakt II für die Jahre 2005 bis 2020 hat ein Volumen von rund 150 Milliarden Mark.

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