Entscheidung der Limbach-Kommission : Welfenschatz kann in Berlin bleiben

Der Welfenschatz braucht nicht an die Erben jüdischer Kunsthändler zurückgegeben werden. Das empfahl die Limbach-Kommission nach jahrelangem Tauziehen um die wertvollen Goldreliquien.

Welfenschatz
Ein Kuppelreliquiar (Ende 12. Jahrhundert).Foto: dpa

Der Welfenschatz, eine der Hauptattraktionen der Berliner Museen, braucht nicht an die Erben jüdischer Kunsthändler zurückgegeben werden. Das empfahl die sogenannte Limbach-Kommission am Donnerstag nach jahrelangem Tauziehen um die wertvollen Goldreliquien. Vier Kunsthändler hatten die Goldreliquien aus dem Mittelalter 1935 dem preußischen Staat verkauft. Es habe sich nicht um einen „verfolgungsbedingten Zwangsverkauf“ gehandelt, befand die Kommission unter Vorsitz der früheren Verfassungsgerichtspräsidentin Jutta Limbach.
Das Gremium folgte damit der Linie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu deren Bestand der Welfenschatz seit Jahrzehnten gehört. Auch die Stiftung sah keinen Fall von NS-Raubgut. Die Erben der Kunsthändler argumentierten dagegen, ihre jüdischen Vorfahren seien bei dem Verkauf 1935 unter Druck gesetzt worden.

Die Empfehlungen der Limbach-Kommission haben keine rechtlich bindende Wirkung. Allerdings hatten sich beide Seiten auf die Anrufung des wichtigen Gremiums verständigt.

Die Goldreliquien des Welfenschatzes
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1 von 9Foto: dpa
24.02.2015 15:43Mehr Exponate aus dem Welfenschatz: ein Sirenen-Aquamanile (um 1230) und ein Löwen-Aquamanile (1. Hälfte 13. Jahrhundert).

Die Erben der jüdischen Kunsthändler bedauern die ablehnende Entscheidung der Limbach-Kommission. Die Anwälte der Erben erklärten, das Votum mache betroffen und sei für sie und ihre Mandanten nicht nachvollziehbar. Das gelte auch für diejenigen im In- und Ausland, die die Details der Geschichte des Welfenschatzes kennen, fügten sie hinzu.

„Wir bitten um Verständnis, dass wir die Empfehlung zunächst analysieren und mit unseren Mandanten besprechen müssen, bevor wir zu den Einzelheiten Stellung nehmen können“, so die Anwälte. (dpa)

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