Entscheidung der Unesco : Falknerei und Genossenschaftsidee sind Kulturerbe

Die Idee und Praxis der Genossenschaft und die Falknerei sind Immaterielles Kulturerbe. Das hat das Komitee der Unesco bei einer Tagung in Addis Abeba entschieden.

Plastik des Sozialreformers Hermann Schulze-Delitzsch
Eine Plastik des Sozialreformers Hermann Schulze-Delitzsch im Schulze-Delitzsch-Museum in Sachsen. Die deutsche...Foto: dpa

Das Komitee für Immaterielles Kulturerbe nahm insgesamt 17 traditionelle Fertigkeiten und Wissensformen neu in die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit" auf. Auch der Vorschlag mehrerer Länder, darunter Deutschland, die Falknerei aufzunehmen, wurde angenommen, wie die deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn mitteilte. Als ersten deutschen Beitrag hatte das Komitee bereits am Mittwoch die Idee und Praxis der Genossenschaft nominiert.

Zu den weiteren Neueinträgen gehören beispielsweise die belgische Bierkultur, die Rumba aus Kuba und ein traditioneller Stockkampf aus Ägypten. Damit umfasst die Liste, die die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes weltweit abbilden soll, nun 353 Kulturformen.

Ausschuss der Unesco tagt noch bis Freitag

Der sogenannte zwischenstaatliche Ausschuss der UN-Kulturorganisation erklärte am Donnerstag auf seiner Tagung in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, die mehr als 3.500 Jahre alte Tradition der Falknerei sei nun von 18 Staaten weltweit gemeinsam auf der "Repräsentativen Liste" eingetragen. Im deutschen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes steht die Falknerei ebenso wie die Genossenschaftsidee bereits seit 2014.

Am Mittwochabend hatte der Unesco-Ausschuss die Idee und Praxis der Genossenschaft in Deutschland auf die Liste aufgenommen. "Eine Genossenschaft ist eine freiwillige Vereinigung von Menschen mit gleichen Interessen, die individuelles Engagement und Selbstbewusstsein fördert", erklärte die Unesco. Eine Genossenschaft fördere soziale, kulturelle und ökonomische Partizipation. Der zwischenstaatliche Ausschuss der Unesco zum Immateriellen Kulturerbe tagt noch bis Freitag in Addis Abeba. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Liste des Immateriellen Kulturerbes. EPD

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