Kultur : Erbe geht uns alle an

Gemeinsam stark: Pläne der Bundeskulturstiftung

Christina Tilmann

Was die Politik verwehrt, macht die Kultur möglich. Die Bundeskulturstiftung und die Kulturstiftung der Länder, die nach Willen von Bundeskulturstaatsminister Bernd Neumann schnellstmöglich fusionieren sollen – was zuletzt am Widerstand einiger Bundesländer scheiterte –, arbeiten bereits großflächig zusammen, bei der Bewahrung des kulturellen Erbes in Deutschland. Für die Restaurierung „mobiler Kulturgüter“ stellt die Bundeskulturstiftung nun sieben Millionen Euro bereit – die Kulturstiftung der Länder, die sich seit Jahren erfolgreich um den Ankauf kulturellen Erbes kümmert, steuert ihr Know-how bei. So hofft man das negative Votum der Länder flexibel zu umgehen: „Auch wenn die Politik manchmal etwas länger braucht – die Kultur kann nicht warten“, so die gerade für weitere fünf Jahre im Amt bestätigte künstlerische Leiterin der Bundeskulturstiftung, Hortensia Völckers. In vielen Museen, vor allem der neuen Bundesländer, seien die Stellen für Restauratoren derartig zusammengestrichen, dass der Bestand zusehends verfalle. Es bestehe also dringend Handlungsbedarf.

Die Bewahrung kulturellen Erbes ist eine gewisse Umorientierung der bislang hauptsächlich auf zeitgenössische Kunst spezialisierten Bundeskulturstiftung. „In unserem Stiftungsauftrag steht die Förderung innovativer Kulturprojekte. Innovativ kann vieles sein, nicht nur zeitgenössische Kultur“, erklärt Hortensia Völckers. Das war auch schon in der Vergangenheit so: Jubiläumsveranstaltungen zu Einstein und Schiller standen selbstverständlich im Programm der Stiftung. Nun wird Peter Stein mit seinem „Wallenstein“ 2007 den Abschluss machen.

Weitere Pläne gelten dagegen dezidiert der zeitgenössischen Kunst: Nach dem „Tanzplan“ liegt nun ein mit 12 Millionen Euro ausgestatteter Schwerpunkt auf Neuer Musik. Anlässlich der Kulturhauptstadt Essen 2010 verstärkt man die Kulturvermittlung an Schulen im Ruhrgebiet. Die Berliner Tänzerin Sasha Waltz wird ein Projekt zur Vermittlung klassischer Musik in sieben Städten durchführen, und Christian von Borries den „Tannhäuser“ auf der Wartburg inszenieren. So viel Tradition muss sein.

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