Eremitage : Kunstwerke in Schließfach aufgetaucht

Nach den Aufsehen erregenden Kunstdiebstählen in der St. Petersburger Eremitage und dem Staatsarchiv in Moskau sind drei Ausstellungsstücke in einem Bahnhofsschließfach entdeckt worden.

St. Petersburg - Ein unbekannter Anrufer habe dem russischem Inlandgeheimdienst FSB gesagt, dass die Kunstobjekte am Bahnhof von St. Petersburg zu finden seien, teilte der FSB mit. Präsident Wladimir Putin ordnete unterdessen eine umfangreiche Inspektion sämtlicher Museen an. Regierungsmitglieder sowie die Leiter der Geheimdienste und der Staatsanwaltschaft wurden nach Berichten des Kreml aufgefordert, bis September eine Kommission zu bilden.

"Ein anonymer Anrufer hat den FSB informiert, dass die gestohlenen Gegenstände in einem Schließfach am Moskauer Bahnhof in St. Petersburg hinterlegt worden seien," teilte der Geheimdienst mit. Die Behörden hätten am angegeben Ort ein Kreuz aus Silber und Gold sowie zwei Ikonen aus vergoldetem Silber gefunden, die mit Aquamarinen und Emaille-Perlen verziert seien. Der geschätze Wert der Objekte beläuft sich auf 100.000 Dollar (rund 78.000 Euro).

Die Entdeckung ergänzt die Reihe von spektakulären Funde geraubter Kunstgegenstände des berühmten Museums in St. Petersburg. Eine Ikone war zuvor in einem Mülleimer nahe einer Polizeiwache gefunden worden, zwei weitere Kunstobjekte in der Innenstadt, in der Nähe des FSB-Hauptquartiers. Bislang tauchten 15 Ausstellungsstücke wieder auf, einige in Antiquariaten, andere wurde anonym abgegeben.

Vergangene Woche hatte die St. Petersburger Eremitage den Diebstahl von 221 Objekten aus ihren Beständen festgestellt, im Wert von umgerechnet rund 3,9 Millionen Euro. Nach Expertenschätzungen könnte sich der Marktwert jedoch auf bis zu 78 Milliarden Euro belaufen. Am Dienstag war auch im russischen Staatsarchiv für Literatur und Kunst ein Millionen-Diebstahl bekannt geworden. Ranghohe Vertreter des Kulturministeriums hatten daraufhin Sicherheitsmängel in den Museen beklagt. (tso/AFP)

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