Erfurt : Haus Dacheröden soll renoviert werden

Das durch einen Dachstuhlbrand schwer beschädigte Haus Dacheröden in Erfurt wird entgegen ersten Befürchtungen wieder hergerichtet. Feuer und Löscharbeiten haben den Renaissance-Bau allerdings stark zugesetzt.

Erfurt - Die statische Untersuchung habe ergeben, dass das Gebäude entgegen ersten Befürchtungen erhalten werden könne, sagte Bürgermeister Dietrich Hagemann (CDU) bei einer Besichtigung des Unglücksorts. Ein unbemerkt gebliebener Schwelbrand hatte am Mittwochabend den Dachstuhl in Brand gesetzt und weitgehend zerstört. Auslöser waren Dacharbeiten am Nachbarhaus. Verletzt wurde niemand. Der Renaissancebau wird seit Ende 2005 restauriert und sollte in Kürze übergeben werden.

Hagemann sagte, das genaue Ausmaß der Schäden sei noch nicht abschätzbar. Glücklicherweise hätten sich wegen der Rekonstruktion keine Kunstwerke in dem Haus befunden. Die Versicherung habe eine unbürokratische Regulierung des Gebäudeschadens zugesagt. Er gehe davon aus, dass sich der Abschluss der Rekonstruktion, für die ursprünglich 1,3 Millionen Euro veranschlagt worden waren, infolge des Brandes um etwa sechs bis neun Monate verzögere. Geplant war, dass im September als erster Nutzer die Leitung des Kinder- und Jugendfilmfestivals "Goldener Spatz" einziehen sollte.

Der Chef der Erfurter Feuerwehr, Roland Goerz, sagte, bei den Dacharbeiten am Nachbarhaus sei offenbar glimmendes Material zwischen die Mauern der beiden Gebäude gefallen und habe Stunden später einen Schwelbrand ausgelöst. Die dabei entstandenen Gase hätten sich im Dachstuhl des Hauses Dacheröden ausgebreitet und dann explosionsartig entzündet. Die Kriminalpolizei ermittle wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung.

Nach Angaben von Goertz sind die beiden oberen Dachgeschosse komplett durchgebrannt. Zudem drang Löschwasser in die Decken der unteren Geschosse. Dadurch wurden wertvolle Stuckdecken sowie Parkettböden schwer beschädigt. Der markante Erker aus dem 16. Jahrhundert blieb unbeschädigt.

Das Geschichte des Hauses Dacheröden reicht bis ins späte Mittelalter zurück. Es verdankt seinen Namen Carl Friedrich von Dacheröden, der 1774 in das Gebäude eingezogen war und es zum Treffpunkt von Schriftstellern und Gelehrten wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und den Brüdern Humboldt machte. (tso/ddp)

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