Kultur : Erik Schmidt

Peter Herbstreuth

Alles ist Film. Zwar zeigt der 1968 geborene Erik Schmidt Malerei und Fotografien, aber die Ausstellung mit dem unsäglichen Titel „Der schönste Jäger von Deutschland“ in der Galerie Carlier Gebauer (Holzmarktstraße 15–18, bis 28. Mai) entstand aus der Lust, Geschichten zu erzählen (Preise zwischen 700 und 14500 Euro). Da sein gleichnamiger Film den Kontext sichert, kann der Künstler mit Stills und Nebengeschichten variantenreich umgehen. Mal erscheint der Jäger in konturauflösenden Lichtpunkten des Impressionismus, mal wird ein Rudel Hunde scharf gestellt. Mal sieht man den Jäger von hinten und erkennt, dass der Künstler nur ein ungewöhnliches Grün malen wollte, das mit dem Rostrot der Füchse auf einem anderen Bild kontrastieren sollte. Mal wird das Sehen durch Bildwitz unterbrochen. Bald sieht man keine Füchse, Hunde, Wald und Wiesen mehr, sondern nur Öl, Pigment und Licht. Doch irgendwie misstraut der Maler der Malerei und gibt ihr Titel wie ein Komiker. Auch seine Fotos tendieren zu Pointen: Hier wird kein Wild erlegt, sondern ein junger Mann im Smoking, der mit Einschuss am Herz schmachtend wie Adonis im Schnee liegt.

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