Kultur : Es lebe der Kini Bayerns Monarchen bekommen ein Museum

Millionen Besucher tauchen alljährlich in Neuschwanstein in die Fantasiewelt von König Ludwig II. ein. Mancher von ihnen reibt sich die Augen, wenn er in unmittelbarer Nachbarschaft noch ein zweites Schloss namens Hohenschwangau entdeckt. Dabei verbrachte die königliche Familie einst die meiste Zeit des Sommers dort. Seit Freitag gibt es genau zwischen beiden Schlössern am malerischen Alpsee einen weiteren Ort für alle, die an der Geschichte der bayerischen Monarchen interessiert sind. In einem aufwendig restaurierten Hotel ist, finanziert vom Wittelsbacher Ausgleichsfond, ein Erlebnismuseum über die bayerischen Könige entstanden. Aus dem ehemaligen Speisesaal ist ein großräumiges Foyer geworden. Eine Treppe weiter oben führt ein begehbarer Stammbaum den Besucher in eine der ältesten Dynastien Europas.

Der Schwerpunkt der Schau liegt auf den bayerischen Monarchen. Unter einem Kuppeldach stehen sich die Lebensläufe von Maximilian II. und Ludwig II. gegenüber. Als verbindendes Glied in der Mitte ist ein langgestreckter Tisch mit einem goldfunkelndem Tafelaufsatz gedeckt. Ludwig I. schenkte es einst seinem Sohn Maximilian I. zur Hochzeit. Eine 1,90 Meter große Puppe trägt den prachtvollen blauen Samtmantel mit Hermelinbesatz und Silberstickerei, den König Ludwig als Großmeister des Georgiritterordens trug. Sie wirkt von hinten so lebensecht, als ob der „Kini“ selbst anwesend wäre. 1918 musste mit Ludwig III. der letzte bayerische Herrscher abdanken. Die Wittelsbacher traf die Revolution als erste Dynastie in Europa, schnell folgten andere. Doch die Begeisterung für das bayerische Herrscherhaus ist geblieben. KNA

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