Kultur : EU-Minister sprechen sich gegen eine Erhöhung des Budgets aus

KNA

Die Kulturminister der Europäischen Union haben sich gegen eine Erhöhung des Budgets für das Rahmenprogramm "Kultur 2000" ausgesprochen. Staatsminister Michael Naumann sagte am Rande der EU-Kulturministertagung am Dienstag in Brüssel, über die vorgesehenen rund 326 Millionen Mark für die nächsten fünf Jahre wollten die Minister nicht hinausgehen. Das Europaparlament hatte rund 500 Millionen Mark verlangt. Nach Naumanns Einschätzung kann es keinen Kompromiss in der Mitte geben, weil die Niederlande und Großbritannien ihre Zustimmung zu dem gesamten Programm davon abhängig gemacht hätten, dass die Summe von 326 Millionen Mark nicht überschritten werde.

Naumann beklagte zugleich, dass die Kultur im EU-Haushalt einen "mikroskopischen Anteil" im Vergleich zur Förderung anderer Berufsgruppen etwa im Agrarbereich habe. "Europa als gehobene Freihandelszone mit politischem Auftrag wird scheitern, wenn das nicht ergänzt wird durch kulturelle Identität", sagte er. Das Interesse an Europa bei Künstlern werde spürbar geringer. Entweder nehme die EU ihren buchstäblich friedensstiftenden Auftrag der Schaffung einer kulturellen Identität in Vielfalt ernst und stelle entsprechende Gelder bereit oder sie verliere ihre Glaubwürdigkeit. Zwischen Europaparlament und EU-Ministerrat muss demnächst über die endgültige Etathöhe vermittelt werden. Das Programm "Kultur 2000" löst die bisherigen Einzelprogramme zur Leseförderung, zur Erhaltung des Kulturerbes und für grenzübergreifende Projekte ab. Fördergelder sollen künftig nur für mehrjährige grenzüberschreitende Projekte, europäische Großveranstaltungen und experimentelle und innovative Aktionen im Bereich Kultur gezahlt werden.

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