Kultur : Euro: Ein bisschen Chaos: Italien übt noch

Thomas Migge

Nirgendwo sonst wie in Italien ist man so Euro-faul. Wer in Euro bezahlt, wird in fast allen Fällen kein Eurowechselgeld sondern nur Lira erhalten. Nichts verlief so glatt, wie es sich Regierung und Notenbankchef gedacht hatten. Bis einschließlich 5. Januar blieben tausende von Geschäften, darunter auch Supermärkte, wegen der Euro-Umstellung geschlossen. Geplant war das nicht und unzählige von Italienern blieben vor allem in ländlichen Gegenden ohne Grundnahrungsmittel. Auch das Benutzen von Bankautomaten wurde zu einem, so die Zeitung "La Stampa" aus Turin, "Drama der ganz besonderen Art". Entweder gaben die Geldcomputer vieler Banken zu wenig Banknoten heraus oder aber stellten von selbst ihren Dienst nach nur einigen Auszahlungen ein. Problematisch ist es auch beim Parken und beim Einkaufen. Parkuhren und Einkaufswagen funktionieren nur mit Liremünzen. "Gott sei Dank", sagte Roms Bürgermeister Walter Veltroni, "haben wir bis Ende Februar Zeit, um uns definitiv an den Euro zu gewöhnen". Ab 1. März dann darf die Lira nicht mehr zirkulieren. "So lange", gibt selbst Veltroni zu, "müssen wir mit dem bisschen Chaos eben leben".

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