Kultur : Europa, eine Weltmacht?: Elisabeth Pond: Die Stunde Europas

Elisabeth Pond: Die St,e Europas.edition ost[Be]

Manch einer wird sich verwundert die Augen reiben. Dieser Kontinent voller divergierender Interessen und nationaler Befindlichkeiten...Und doch hat Elizabeth Pond Recht: Europa hat als politisches Gebilde einen erstaunlichen Wandel durchgemacht - zum Positiven. Nato, Währungsunion, die Öffnung nach Osten, das Verhältnis zu den USA, die Wende von 1989/90, gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik - all diesen Themen widmet sich die Autorin. Kenntnisreich und anregend tut das die Deutschland-Korrespondentin für "The Washington Quarterly". Sie spart nicht mit Lob für das Gebilde EU. Doch sie betont auch, dass der Weg Europas zur Weltmacht nicht zu Ende ist. (Ein Kontinent auf dem Weg zur Weltmacht. Propyläen Verlag, Berlin 2000. 415 Seiten. 48 DM.)

Eberhard Grashoff, Rolf Muth (HRSG): Drinnen vor der Tür. Für die DDR war es ein wichtiger Tag. Der Kosmonaut Siegmund Jähn ließ sich am 24. September 1978 in seinem Heimatort Morgenröte-Rautenkranz bejubeln - der "erste Deutsche im All" feierte die Rückkehr zu seinen Wurzeln. Die Stasi durfte da natürlich nicht fehlen. Das MfS interessierte sich jedoch nicht für den Himmelsstürmer, sondern für die anwesenden West-Journalisten. Fotos aus der Gauck-Behörde belegen das - die meisten von ihnen zeigen die Pressetribüne. Dort standen die Feinde mit Schreibblock und Kamera. Die SED-Führung gängelte und überwachte sie. Kritische Reporter wie Peter van Loyen wurden sogar ausgewiesen. Ihr Arbeitsalltag im SED-Staat ist Thema eines interessanten Sammelbandes, das vorrangig aus Interviews besteht. Sie zeigen die Wirkung der Korrespondenten auf. Karl-Heinz Baum von der "Frankfurter Rundschau" fasst zusammen: "Wir haben wahrgenommen, was nicht bemerkt werden sollte."

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