• Euthanasie: Unantastbar bis zum Schluss - Die Bundesregierung setzt auf die Betreuung Sterbender

Kultur : Euthanasie: Unantastbar bis zum Schluss - Die Bundesregierung setzt auf die Betreuung Sterbender

Carsten Germis

Für die Bundestagsabgeordnete Monika Knoche ist ausgeschlossen, dass nach dem Vorbild der Niederlande auch in Deutschland die aktive Sterbehilfe eingeführt wird. "Niemals darf aus ärztlicher Hand der Tod herbeigeführt werden", sagt die Politikerin von Bündnis90/Die Grünen. Gemeinsam mit dem SPD-Abgeordneten Wolfgang Wodarg und dem Christdemokraten Hubert Hüppe gehörte sie zu den Mitgliedern des Bundestags-Gesundheitsausschusses, die 1998 bereits die damals neuen "Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung" kritisiert hatte. Für Knoche ist schlicht nicht denkbar, dass "Euthanasiebegehren" hierzulande breiteren Rückhalt finden würden. Schon die "Erfahrung aus der NS-Zeit mit ihrer menschenrechtsverletztenden Medizin" ließen das nicht zu und hätten dem Grundgesetz eine "Ewigkeitsgarantie der Menschenrechte gebracht". Auch die Ärzte sehen das nicht anders. Der zweite Vorsitzende des Verbandes "Marburger Bund", Rudolf Henke, bekräftigte, das Töten eines Menschen gehöre nicht zu den therapeutischen Aufgaben des Mediziners.

Das ist auch die Position der Bundesregierung. Die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Christa Nickels, bekräftigte vor kurzem: "Die im Grundgesetz verankerte Unantastbarkeit und Unverfügbarkeit des Lebens jedes Menschen gilt uneingeschränkt auch für die letzte Lebensphase." Stattdessen unterstützt die Regierung die Sterbebegleitung durch die palliativmedizinische Betreuung Sterbender und unheilbar Kranker. "Sie muss darauf ausgerichtet sein, durch lebensunterstützende Maßnahmen und die Linderung von Schmerzen den Patienten ein menschenwürdiges Sterben zu ermöglichen", sagte Nickels.

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