Kultur : "Exportartikel Film": Deutsch-französisches Filmabkommen perfekt

rhi

Man braucht ein Mikroskop, um den deutsch-französischen Filmaustausch überhaupt erkennen zu können. Der mangelnde gegenseitige Export ist eines der Motive für die Gründung der neuen deutsch-französischen Filmakademie, die Kulturstaatsminister Michael Naumann mit seiner französischen Amtskollegin, Catherine Tasca, gestern in Berlin vollzog. Bereits für den Herbst ist ein regelmäßiges Treffen von deutschen und französischen Filmproduzenten und Schauspielern vorgesehen. Nur ein Prozent der Filme, die in deutschen Kinos gezeigt werden, komme aus Frankreich, sagte Naumann anlässlich der Vertrags-Unterzeichnung. Gründe für die schlechte Zusammenarbeit seien "kulturelle und nationale Nischen", in die sich die Filmproduzenten zurückzögen. Außerdem seien viele der deutschen Werke, wie die "Sonnenallee", nur im Produktionsland zu verstehen und zu vermarkten. Zwar zeichne sich der europäische Film gerade durch seine Vielseitigkeit aus, betonte Tasca. Aber das Angebot habe sich in den letzten Jahren stark verkleinert. Amerikanische Firmen hätten eben mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als deutsche oder französische. Naumann dagegen sieht die Zukunft europäischer Filme in einem helleren Licht. "Kleine Kulturfilmkinos überleben heute eher als die großen." Sie würden von Kommunen und Ländern unterstützt und stießen auf starke Publikumsresonanz. Daher sei die Chance groß, dass bald wieder mehr anspruchsvolle Filme in deutschen Kinos gezeigt würden. "Das Kino spielt eine wichtige Rolle auf der Bühne der Völkerverständigung"

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