Kultur : Fälschungen: Endlich Echtes

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In den letzten Monaten häuften sich die Entdeckungen gefälschter Kunst: Da hatte man sich von der Diskussion um die Signaturen auf Dalí-Gemälden in der Augsburger Ausstellung noch nicht ganz erholt, schon konnte die Polizei im November kopierte Werke von Dalí und Picasso auf Mallorca sicherstellen. Das Ausmaß internationaler Fälscherringe wurde durch einen Coup der spanischen Polizei im Dezember in Barcelona deutlich: Eine siebenköpfige Bande wurde festgenommen, die über 3000 gefälschte Werke von Picasso, Dalí, Miró, Chillida und Chagall für mehr als 15 Millionen Mark in alle Welt verkaufen konnte. Der Fälscher selber konnte nicht festgenommen werden, die Polizei vermutet aber, dass die Bilder außerhalb Spaniens entstanden sind.

Da freut sich der Kunstfreund, wenn einmal der umgekehrte Fall eintritt: Ein Gemälde von Hieronymus Bosch (1450-1516), das Jahrzehnte lang nur als Kopie geführt wurde, ist nach einer Untersuchung zum Original erklärt worden. Das Gemälde hängt im Musee des Beaux Arts im französischen Valenciennes. Das auf zwei Seiten bemalte Werk trägt auch zwei Titel: "Jacobus en de magihr Hermogenes" ("Jacobus und der Magier Hermogenes") sowie "Kloosterhuis van volgelingen van de heilige Antonius" ("Kloster der Jünger des Heiligen Antonius"). Es gehöre eindeutig zu den Werken aus Boschs Schaffenszeit zwischen 1480 und 1500, stellte Paul Huys Janssen vom Museum der niederländischen Provinz Nordbrabant in Den Bosch fest.

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