Kultur : Familienstudie: Nur Mut - Was ein junger Unternehmer von der Erzieherrolle hält

"Ja", sagt Christoph Zschocke. "Ja, ich kann es mir vorstellen. Ich will es ja auch. Ganz bestimmt." Christoph Zschocke klingt nicht so, als würde er nicht ernst meinen, was er sagt. Es geht um Erziehung, um seinen Beitrag, den er leisten will, wenn er und seine Frau Kinder haben. Das könnte bald schon der Fall sein. Zschocke müsste sein Leben dann radikal umstellen. Der 38-Jährige ist jetzt Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der "Ökotec Management GmbH", einem mittelständischen Unternehmen, das sich um die Entwicklung von Windparks und um die Verbesserung von Energienutzung in Betrieben kümmert. Ganz nebenbei, ehrenamtlich an zwei Tagen in der Woche, ist Zschocke noch Chef des Bundesverbandes Junger Unternehmer.

Zschocke kennt die Schwierigkeiten in einem Betrieb, wenn Frauen oder Männer die Erziehungszeit in Anspruch nehmen. Zschocke setzt auf Flexibilität. Die neuen Technologien helfen da schon weiter. Über Computervernetzung ist es teilweise möglich, dass Mitarbeiter während ihrer Erziehungszeit für den Betrieb tätig sind - wenn sie wollen. Zschocke plädiert für mehr gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Aber er sieht auch, dass die, die "Verantwortung übernehmen noch bestraft werden", weil der Staat nicht für die Rahmenbedingungen sorgt.

Zschocke hat Kinder. "Vier Patenkinder", lacht er. Sein Bruder hat nämlich acht Kinder. Zschocke muss sich also beeilen, wenn er ein bisschen aufholen will. Was wird er dann machen, um Zeit zu haben? Das Ehrenamt werde er wohl einstellen. Und vielleicht "bekomme ich es ja hin, für eine gewisse Zeit nur vier oder fünf Stunden am Tag zu arbeiten". Er meint es schon ernst, aber es klingt ein bisschen nach Mut machen. Für den Ernstfall.

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