Kultur : Federkönig trifft Supernova

Filme für Kids und Teens: GENERATION KPLUS und 14 PLUS.

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Lila will wissen, wer ihr Vater ist, unbedingt. Die Zwölfjährige hat das Glück, dass ihre Lehrerin sich mit ihr auf die Suche macht: Naturkunde (Argentinien/Frankreich) öffnet ein Fenster zur Welt, leise, einfühlsam, verständlich. Nicht alle Filme in Generation Kplus (für Kinder unter 14 Jahren empfohlen) sind auch für Kinder gemacht. In Meiner Seelen Wonne aus Japan muss ein Mädchen mit dem Tod der Eltern klarkommen, ein extrem langsamer Film. Geduld verlangt auch Folge meiner Stimme, eine wunderbare Geschichte aus den türkischen Kurdengebieten.

Wer Action liebt, dem sei Die geheime Mission (Dänemark) und Mitten in der Winternacht (Niederlande) mit dem ulkigsten Elch der Filmgeschichte empfohlen: originell, lustig, temporeich mit allem Drum und Dran. Poetisch mit spirituellem Einschlag ist Finn: Ein Junge will Bratsche lernen, statt Fußball zu spielen. Fünf der zwölf Kplus-Spielfilme sind Animationen, so viele wie noch nie. Darunter die Lindgren-Adaption Michel und Ida aus Lönneberga und der 3-D-Film Johan und der Federkönig, eine etwas verwirrende Story um einen Hasenjungen, der seine Mutter sucht. Im französischen Eröffnungsfilm Loulou, das unglaubliche Geheimnis geht es recht blutrünstig zu, das Gothic-Musical-Spektakel Jack und das Kuckucksuhrherz dürften Frühpubertierende toll finden. Tante Hilda! ist hingegen nur was für Leute, die sich für Genmais, korrupte Regierungen und Großkapital in Zeichentrick interessieren. Susanna Nieder

Erwachsenwerden ist eine Zeit voller Anfänge. Mal kommt das Neue mit einem Knall, mal lässt es auch auf sich warten in den Filmen der Generation 14 Plus. Da gibt es das Mädchen Meis im niederländischen Film Supernova, die mit ihrer Familie im ländlichen Nirgendwo neben einer halb fertigen Stahlbrücke wohnt. Sie träumt von einem Jungen, wünscht sich ein bisschen Liebe herbei. Da sind auch Jota und Simon, zwei spanische Taugenichtse in Ärtico. Der eine will seiner Verantwortung als viel zu junger Vater entfliehen, der andere sehnt sich nach ein bisschen Familie und Erwachsensein.

17 Beiträge gibt es für Kids ab 14, oft befinden sich die Helden auf verlorenem Posten. In den engen Gassen von Glasgow im Eröffnungsfilm God Help the Girl von „Belle and Sebastian“-Sänger Stuart Murdoch. Im italienischen Dorf, das die Mafia zum Schweigen verdammt, in Il Sud è Niente. In der chinesischen Familie, die – neuerdings erlaubt – ein zweites Kind bekommt: Und die Ältere hat das Nachsehen, in Einstein und Einstein. Mal wieder nicht leicht, jung zu sein. Marc Roehlig

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