Kultur : Federleichte Sommerware

TOBIAS RIEGEL

Filme sind wie Songs: Es kommt weniger auf die Komposition als auf die Produktion an.Selbst aus einer altbekannten Girl-meets-Boy-Geschichte kann man mit einigen Kniffen eine rührige Komödie in frischem Gewand hinzaubern: Man nehme ein junges begabtes Schauspielerteam, einen poppigen Ausstatter, einen Score mit aktuellen Hits, und lasse die Story Tarantino-mäßig zeitversetzt erzählen.Dinge, die der englische Regisseur Nic Hamm in seinem "Martha trifft Frank, Daniel und Laurence" mit Erfolg berücksichtigt.

Martha, Schauspielerin ohne Engagement aus Los Angeles, hat dort nichts mehr verloren, und nimmt den ersten One-Way-Flug für 99 Dollar - egal wohin.Ihre Lebenslotterie spuckt "London" aus, und bereits beim Zwischenstop in Mineapolis schickt die englische Metropole ihre Boten voraus - Daniel, junger und erfolgreicher Musikproduzent im roten Satin-Anzug, verfällt ihr bei den Gepäckwagen.Doch all seine (kostspieligen) Verführungskünste versagen.Was den erfolgsverwöhnten Yuppie-Bengel so in die Krise stürzt, daß er tut, was er lange nicht getan hat - er meldet sich bei seinen Freunden.

Da gibt es einmal Frank, den einstigen Kinderstar, der, seit er neun war, keine Rolle mehr hatte, und, zwischen Größenwahn und Depression changierend, genüßlich seinen Zynismus und seine maßlose Eifersucht auf den Erfolg seines Jugendfreundes kultiviert.Und Laurence, den schweigsamen Schönen mit dem Helferkomplex, der, als er Daniel am Flughafen abpassen wollte, ebenfalls die Bekanntschaft der hübschen Blonden gemacht hat - und sich verliebt hat.Sie sind die "besten Freunde" und werden nicht müde, es zu wiederholen.Und es dauert natürlich nicht lange, da erwischt es auch den schrulligen Frank, als er Martha zufällig im Park begegnet.

Was folgt, sind genre-typische Verwechslungen und Konfusionen, die uralte Entscheidung zwischen einer Frau und dem besten Freund, und eine biblische Weisheit: Der Letzte wird der Erste sein - eine alte Geschichte.Dennoch trifft dieser Film einen Nerv, den die meisten "romantischen Komödien" verfehlen

Central, CineStar, Filmbühne Wien, Kosmos, Kurbel (OV), Odyssee (OmU), Zoo

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