Kultur : Fein differenziert

GREGOR SCHMITZ-STEVENS

Bereits zum dreizehnten Mal veranstaltet das Musikinstrumenten-Museum am Kulturforum seine "Sommer-Matineen".In Zusammenarbeit mit der Gotthard-Schierse-Stiftung zur Förderung junger deutscher Musiker werden Instrumentalisten vorgestellt, die kurz vor dem Sprung in die Professionalität stehen.Beim ersten diesjährigen Konzert waren es der Klarinettist Christian Kurz, die Fagottistin Marion Reinhard und die Pianistin Cora Irsen, die sich zu einem Trio zusammenfanden.

Ein Paradestück für diese Besetzung ist Michail Glinkas "Trio pathétique".Bereits von den ersten Takten an nahmen die Präzision des Zusammenspiels, der diskursive kammermusikalische Geist der Interpretation gefangen.Die jungen Musiker differenzierten die musikalischen Stimmungen und Bewegungsabläufe so detailliert und fein, daß es eine wahre Wonne war.Ihren Höhepunkt fand die Darstellung in den beiden bezaubernden Soli des "Largo".Cora Irsen war dabei eine zurückhaltende, aber sehr aufmerksame und impulsgebende Partnerin am Klavier.Noch eher dem unterhaltsamen Geist des Divertimento verpflichtet, konnte Konradin Kreutzers Trio Es-Dur Opus 43 als Komposition nicht so sehr überzeugen.

Einen besonders starken Eindruck hinterließen die beiden Solostücke, die das Programm ergänzten: Robert Schumanns "Fantasiestücke" Opus 73 und Camille Saint-Saëns Fagottsonate Opus 168.In diesen Werken zeigten sich die beiden jungen Bläsersolisten als Meister ihrer Instrumente wie auch als versierte, klug disponierende und Spannungsbögen niemals überzeichnende Interpreten dieser kammermusikalischen Kompositionen.Nach einer solch vielversprechenden musikalischen Visitenkarte darf man gespannt sein, welche Wege die drei jungen Musiker in Zukunft gehen werden.

Weitere Matineen an den drei kommenden Sonntagen, jeweils um 11 Uhr.

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