Kultur : „Ferkelbuch“ kommt nicht auf den Index

Das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht’s zu Gott?, fragte das kleine Ferkel“ kommt nicht auf den Index. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn hat entschieden, das Buch sei nicht antisemitisch. Damit wurde der Antrag des Familienministeriums zurückgewiesen. Dieses hatte im Dezember ein Prüfverfahren gegen das Buch eingeleitet, weil die Darstellung eines Rabbis „antisemitische Tendenzen“ aufweise. Außerdem würden die großen Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum „verächtlich gemacht“. Wäre das Werk auf dem Index gelandet, hätte es nicht mehr in Buchläden ausliegen und nur noch an Erwachsene verkauft werden dürfen.

Als unerheblich für ihre Entscheidung wertete die Prüfstelle, dass in dem Buch Religionskritik geübt und durch den Inhalt religiöse Gefühle verletzt werden könnten. Das sei nämlich kein „Tatbestand der Jugendgefährdung“. Buchautor Michael Schmidt-Salomon sprach von einem „Sieg des gesunden Menschenverstandes“. Dem Absatz seines Werks hat das Verfahren keinen Abbruch getan: Seit Oktober 2007 hat es sich über 12 000 mal verkauft. Nun hat der Alibri-Verlag eine vierte Auflage in Druck gegeben. bas

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