Kultur : Fernsicht

Ein Festival des Orients in Berlins Haus der Kulturen der Welt

Michael Schultheiss

Das trifft den Nerv der Zeit. Aus der Verwirrung, dem Chaos, der Unwissenheit eine andere Perspektive eröffnen, vielleicht gar ein neues Kulturverständnis, eine neue Wissensbasis in den Köpfen schaffen: So wünschen es sich die Verantwortlichen des Haus der Kulturen der Welt, wenn sie sich unter dem Label „DisORIENTation“ dem Nahem Osten widmen. Unter diesem Titel beginnt am 20. März im Berliner Haus der Kulturen der Welt eine Veranstaltungsreihe zur zeitgenössischen arabischen Kunst und Kultur. Knapp 90 Einzelveranstaltungen, darunter eine Werkschau des aktuellen Kunstschaffens, Konzerte, Lesungen, Filme, Theaterstücke, Workshops und Symposien sollen einen Überblick über die junge Kulturszene vermitteln.

Künstler aus dem Libanon, Syrien, Jordanien, Palästina und Ägypten wurden eingeladen. „Diese junge Szene ist in Deutschland noch nicht in dieser Komplexität vorgestellt worden“, erklärt Projektleiter Johannes Odenthal. Das bedeutet, dass in Deutschland unbekannte Künstler auf dem Programm stehen. Dabei betonen die Macher, dass es sich bei der Veranstaltungsreihe nicht um eine Reaktion auf die aktuellen politischen Ereignisse handele. „Die Schärfe des Themas rührt natürlich vom gegenwärtigen Konflikt“, räumt Hans-Georg Knopp, Intendant des Haus der Kulturen der Welt, ein. Allerdings habe sich das eher zufällig ergeben. „DisORIENTation“ will sich nicht vorrangig mit Politik beschäftigen. Vielmehr soll es um die Darstellung der künstlerischen Formen gehen. Dass dabei Themen wie Gewalt, politische und soziale Unsicherheit widergespiegelt werden, ergibt sich aus dem jeweiligen biografischen Zusammenhang.

Eröffnet wird das Programm am 20. März mit einem Vortrag des Präsidenten der Arabischen Liga, Amre Mohamed Mussa, mit einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst und einem arabischen Trip-Hop-Konzert. Das nächste Ereignis folgt am 21. März: ägyptischer Pop von Mohamed Mounir. (Bis 11. Mai, Informationen unter www.hkw.de oder unter der Telefonnummer 030/39787175).

0 Kommentare

Neuester Kommentar