Festival : Wiener Festwochen: Chéreau, Zadek, Boulez, Castorf

Im Programm der nächsten Wochen erwarten das Publikum 41 Produktionen aus 20 Ländern - über Shakespeares "König Lear" bis zur Körperperformance zum Thema Folter.

Wien - Das größte Festival für Theater, Musik und Oper in der österreichischen Hauptstadt beginnt am Freitagabend mit dem traditionellen Fest am Rathausplatz. Bei dem Konzert sind unter anderem Hubert von Goisern und Bobby McFerrin zu hören. In einem Integrationsprojekt der Caritas tanzen 220 Kinder zu Gustav Holsts Komposition "Die Planeten". Intendant Luc Bondy zeigt im Theaterprogramm einen Shakespeare-Schwerpunkt, im Musikprogramm von Stéphane Lissner ist eine Janacek-Hommage zu hören.

Zum Auftakt erarbeiten der französische Dirigent Pierre Boulez und der Regisseur Patrice Chéreau erstmals seit mehr als 30 Jahren eine gemeinsame Opernproduktion mit Leos Janaceks letztem Bühnenwerk "Aus einem Totenhaus". Frank Castorfs Céline-Adaption "Norden", die am 7. Juni in Wien Premiere hat, kommt später nach Berlin an die Volksbühne. Höhepunkte im Theaterprogramm sind Bondys Neuinszenierungen von Shakespeares "König Lear" mit Gert Voss in der Titelrolle sowie Peter Zadeks neue Erarbeitung von "Was ihr wollt" mit Angela Winkler, Susanne Lothar und Eva Mattes.

Kontrastreiches Programm

In Kontrast dazu stehen internationale Produktionen junger Theaterleute und -Truppen, etwa die Shakespeare-Bearbeitung "Circus Istorija" der serbischen Theatermacherin Sonja Vukicevic oder die kraftvolle Körperperformance "Honour Bound" des Australiers Nigel Jamieson, die Folterungen im US-Gefangenenlager Guantanamo und die Frage der Menschenrechte thematisiert.

Bis 19. Juni zeigt das Festival in 220 Vorstellungen insgesamt 41 Produktionen aus 20 Ländern in den Bereichen Musik, Theater und Oper. Darunter sind drei Uraufführungen und sieben Neuinszenierungen. Das diesjährige Festival ist der im April gestorbenen Schauspieldirektorin Marie Zimmermann gewidmet. Zimmermann hatte dem Festival in den vergangenen Jahren mit einer deutlichen Hinwendung zur internationalen, politisch orientierten Off-Szene ihren Stempel aufgedrückt und neue Publikumsschichten gewonnen. (tso/dpa)

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