Festkonzert für Alban Berg an der Staatsoper : Der Berg ruft

Die Staatsoper feiert das Berg-Fest - und lädt zum Extrakonzert mit Anna Prohaska und Thomas Hampson.

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Anna Prohaska. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Anna Prohaska.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Ein „Berg-Fest“ für Alban Berg im Jahr seines 130. Geburtstages und seines 80. Todestages hat sich Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin vorgenommen. Mehr als die berühmten Opern „Wozzeck“ und „Lulu“, die dazu im Schillertheater gezeigt werden, reflektiert die kleine, erlesene Menge an Konzertmusik das private Leben im Werk. So erinnert das erste Sonderkonzert in der gut besuchten Philharmonie mit einzelnen Beispielen daran, was den Weg des Komponisten wesentlich geprägt hat. Da sind die Studienjahre bei Schönberg mit erstaunlichen frühen Experimenten.

Dann ein Skandalkonzert mit Berg-Liedern in Wien, das nach wütendem Hohngelächter abgebrochen werden musste. Solche Kämpfe um künstlerische Dinge stehen dafür, dass Publikumserregung damals grenzenlos möglich war. Alban Berg hat darunter gelitten. Dem verehrten Lehrer Arnold Schönberg sind die Orchesterstücke Opus 6 gewidmet, Vorahnung des „Wozzeck“ und des Ersten Weltkrieges.

Schließlich ein Stück, in dem Alban Bergs heimlich brennende Liebe zu Hanna Fuchs, der Schwester Franz Werfels, Töne gefunden hat: die Konzertarie „Der Wein“. Dass in der zwölftönigen Musik auf Stefan Georges Baudelaire-Übersetzungen viel Kantabilität steckt, beweist Anna Prohaskas Interpretation in leuchtenden Melodien. Die Sopranistin nimmt sich ebenso der Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg an, die mit jenen Lärmszenen in Wien zu tun haben und lange danach vergessen waren. Großartig klingt hier schon der Orchestersatz im Zusammenwirken der Solistin mit Barenboim.

Ein weiterer Sängerstar ist dabei, um die „Sieben frühen Lieder“ in der späteren Orchesterfassung vorzuführen: Thomas Hampson schwelgt mit Kontrolle in dem schwärmerischen Espressivo, das Berg als leidenschaftlichen Bewunderer Mahlers zeigt. Nachtigall, weiße Chrysanthemen, Rosenduft sind die romantischen Stichwörter. Zu den Hammerschlägen à la Mahler kommt es heftig in den „Drei Orchesterstücken“ Opus 6, aber auch zu feinen Violinsoli und großer Sorgfalt in der Struktur. Der Klang siegt als ästhetische Kategorie und mit ihm die Staatskapelle.

Das zweite Alban-Berg-Konzert in der Philharmonie am 15. März, 16 Uhr

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