Kultur : Fette schwarze Null

Pläne und Perspektiven des Deutschen Theaters Berlin

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„Uns geht’s ja trotz allem noch gold“: Intendant Bernd Wilms muss sich zwar auf gewisse Zuschusskürzungen für das Deutsche Theater Berlin gefasst machen, kann jedoch auf eine „fette schwarze Null“ verweisen, mit der das Jahr 2002 abgeschlossen hat. Bei einer Platzausnutzung von 80 Prozent insgesamt liegen die Spitzenreiter in den beiden Bühnen nahe beieinander: „Emilia Galotti“ im Großen Haus mit 99, „Frühlings Erwachen“ in den Kammerspielen mit 97 Pozent.

Je acht Premieren sind für die Spielzeit 2003/2004 angekündigt. Im Deutschen Theater kommt Neil LaButes „Tag der Gnade (The Mercy Seat)“ als deutschsprachige Erstaufführung sinnigerweise am 12. September heraus – das Stück zeigt exakt zwei Jahre zuvor, also einen Tag nach dem Terroranschlag auf die Twin Towers, wie ein Ehepaar seine private Krise vor dem Hintergrund der Katastrophe zu bewältigen sucht. Regie: Thomas SchulteMichels, es spielen Dagmar Manzel und Robert Gallinowski. In den Kammerspielen macht am 5. September gleichfalls eine Novität den Anfang, Susan Sontags Ibsen-Adaption „Die Frau vom Meer“, gespielt von Annika Mauer unter Regie von Monika Gintersdorfer, koproduziert mit den Salzburger Festspielen.

Kleists „Käthchen“ (Stemann), Sophokles’ „König Ödipus“ (Neuenfels), Hauptmanns „Einsame Menschen“ (Thalheimer) sind Schwerpunkte im DT, in der Kammer nebenan: Wildes „Salome“ (Kruse), Camus’ „Die Gerechten“ (Petras), Bernhards „Macht der Gewohnheit“ (Bischoff). Erstmals gibt’s „ein großes Kinderstück“: „Pinocchio“ – Marcus Mislin soll daraus eine „fantastische Reise“ in ein Wunderland machen. G. G.

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