Kultur : Fettes Jahr

Ein

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von Christiane Peitz

Das mit dem Aufwind ist erfreulich: 23 Prozent Marktanteil für den deutschen Film 2004 können sich sehen lassen. Soviel gab’s seit Jahrzehnten nicht mehr. Aber Kulturstaatsministerin Christina Weiss missdeutet die Zahlen doch sehr, wenn sie sie als Beweis für den Erfolg des Anfang 2004 in Kraft getretenen neuen Filmfördergesetzes heranzieht. Denn die Filme, die der einheimischen Branche den aktuellen hohen Marktanteil bescherten – Bully Herbigs „(T)Raumschiff Surprise“, Ottos „Sieben Zwerge“, Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ – sind ja nicht mit Fördergeldern aus diesem Jahr entstanden, sondern aus dem Vorjahr. Ihr Erfolg lässt sich auch nicht primär mit den per Gesetz geänderten TVWerbezeiten für Kinofilme begründen. Ob und wie das neue Gesetz greift, ob es mehr Komödien und Kassenschlager ermöglicht oder mehr kulturell und kommerziell Erfolgreiches wie Fatih Akins „Gegen die Wand“ oder Hans Weingartners „Die fetten Jahre sind vorbei“, werden wir wohl erst 2006 wissen. Bis dahin gilt: Der neue deutsche Filmerfolg ist seinen Machern zuzuschreiben. Schön, wenn die Politik sich darüber freut.

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