Filmbranche : In Hollywood droht erneut Streik

Was passiert, wenn Hollywoods Autoren streiken, wurde im vergangenen Jahr deutlich – die Traumfabrik büßte 2,5 Milliarden Dollar ein. Nun könnte ein neuer Arbeitskampf mit ähnlichen Folgen bevorstehen. Diesmal wollen die Schauspieler auf die Barrikaden gehen.

Hollywood, Streik
Hollywood droht erneut ein Streik.Foto: dpa

New York/Los Angeles In Hollywood droht kurz vor Beginn der Filmpreis-Saison ein neuer Streik. Die Gewerkschaft der Schauspieler kündigte am Samstag in Los Angeles an, sie wolle nach gescheiterten Tarifgesprächen mit den Studios ihre Mitglieder um grünes Licht für einen Arbeitskampf bitten. Zugleich versicherte die Schauspielergewerkschaft, dass sie eigentlich keine neuen Streiks in der US-Film- und Fernsehindustrie wolle. Die vorliegenden Angebote der Studios seien aber nicht akzeptabel. Das Votum der Basis soll zunächst nur die Verhandlungsposition der Gewerkschaft stärken, machte der Vorstand in einer Erklärung deutlich.

Mehr Geld für Schauspieler

Der Tarifvertrag zwischen den Schauspielern und den großen Filmstudios ist seit Ende Juni ausgelaufen. Trotz Einschaltung eines unabhängigen Vermittlers konnten sich beide Seiten bisher nicht auf eine Fortschreibung einigen. Die Schauspieler verlangen - ähnlich wie damals die Drehbuchautoren - eine bessere Bezahlung bei der Weiterverwertung von Filmen im Internet und anderen neuen Medien.

"Wir haben schon schwierige Entscheidungen getroffen und Opfer gebracht, um eine Einigung zu erreichen", erklärte die Gewerkschaft Screen Actors Guild, die mehr als 120 000 Schauspieler vertritt. "Jetzt ist es Zeit, dass unsere Mitglieder zusammenstehen und das nationale Verhandlungskomitee ermächtigen, mit der Schlagkraft eines möglichen Arbeitskampfes im Rücken weiterzuverhandeln."

Woran nun die ersten Gespräche der Schauspieler mit den Filmstudios seit vier Monaten scheiterten, teilte die Screen Actors Guild nicht mit. Medienberichten zufolge ist ein Knackpunkt der Verhandlungen die Beteiligung der Schauspieler an Einnahmen aus den neuen Medien, also beispielsweise Internet- und Handyangeboten.

Erneut drohen Milliardenverluste

Hollywood leidet noch immer unter den Nachwirkungen des großen Streiks vor einem Jahr. Damals hatten die Drehbuchautoren im Kampf um bessere Löhne für mehr als drei Monate die Arbeit eingestellt, sie wurden von vielen Schauspielern unterstützt. Unzählige Filme und Fernsehserien mussten deshalb unterbrochen werden, viele Fernsehshows fielen ganz aus. Der Arbeitskampf bedeutete für die Studios Verluste von 2,5 Milliarden Dollar. (jar/dpa/AFP)

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