Kultur : FILMBUCH

Andreas Conrad

„Sag niemals nie“ – gerade Sean Connery sollte dies beherzigen. „Ich habe die Nase von diesem James Bond wirklich voll“, behauptete der Schauspieler 1967 nach seinem fünften 007-Abenteuer, wurde aber schon vier Jahre später mit „Diamantenfieber“ rückfällig und 1983 mit dem Remake von „Feuerball“ ein weiteres Mal: „Never Say Never Again“. Auch von Leuten, die ihr Leben in Büchern ausbreiten, hatte er die Nase voll: „Eine Biografie von mir wird es nicht geben. Ich verrate nichts“, versicherte Connery 1980. Im vergangenen Jahr aber wurde bekannt, dass er nun doch an einer Autobiografie sitze, ein offenbar schwieriges Projekt, man wird wohl auf die Bekenntnisse noch einige Zeit warten müssen. Zum Glück gibt es schon jetzt Biografien wie die von Siegfried Tesche. Vor sechs Jahren ist sie erstmals erschienen, sehr gut recherchiert mit Informationen zu Filmen, dem Privatleben, dem politischen Engagement des Schotten – ein Nachschlagewerk, in dem man sich leicht festliest. Zwei Filme („Finding Forrester“ und „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“) hat Connery seither gedreht und beide in Berlin vorgestellt – wie kürzlich sein 75. Geburtstag Anlass genug für eine neue, erweiterte Ausgabe der Biografie. Die liest man nicht nur zweimal.

— Siegfried Tesche: Sean Connery. Sein Leben, seine Filme. Henschel Verlag, Berlin. 216 Seiten, 25 Farb-, 62 Schwarzweiß-Abbildungen, 19,90 Euro

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