Kultur : Filme von Artur Pohl und Axel Kalhorn im Filmmuseum Potsdam

Jan Gympel

Zweimal Ostdeutschland: Einem vergessenen Regisseur widmet sich das Filmmuseum Potsdam am Mittwoch - Artur Pohl (1900-1970), der heute fast nur noch bekannt ist wegen "Spielbankaffäre". Damit versuchte die DEFA, Unterhaltungskino mit propagandistischen Untertönen zu machen - da der Westen dann aber doch zu verlockend wirkte, kam der in Farbe und Cinemascope gedrehte Film nur in Normalformat und Schwarzweiß in die DDR-Kinos. Danach verließ der in West-Berlin wohnende Pohl die DEFA, fand nur noch beim Fernsehen Arbeit. Am Mittwoch gezeigt wird Die Unbesiegbaren über den Kampf der Sozialdemokratie gegen Bismarcks Sozialistengesetze. In dem als Beitrag für das "Karl-Marx-Jahr" 1953 entstandenen Spielfilm, an dessen Buch Pohl auch beteiligt war, spielten neben anderen Alice Treff, Karl Paryla und Erwin Geschonneck. Zur Veranstaltung eingeladen wurden Artur Pohls Witwe Renate und der Filmhistoriker Gero Gandert.

Aus dem Ostdeutschland unserer Tage kommt Wotenick. Die Dokumentation beobachtet problembeladene Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern, denen mit Hilfe einer Integrationsmaßnahme ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden soll. Das triste Bild dieses ländlichen Nachwuchses, den bisweilen schon die Fahrt zur Ausbildungsstätte überfordert, läuft heute (in Anwesenheit des Regisseurs Axel Kalhorn) sowie morgen im Babylon Mitte.

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