Filmfest : Deutsche erobern Cannes

Deutsche Filme sind in diesem Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes sehr gut vertreten. Der Hamburger Regisseur Fatih Akin wird mit seinem Drama "Auf der anderen Seite" im Wettbewerb um die Goldene Palme dabei sein.

Paris/Hamburg - Fatih Akin (33) freute sich "riesig" über die Einladung in den Wettbewerb. "Ich bin erst mal da angekommen, wo ich hinwollte", sagte der türkisch-stämmige Regisseur. "Mal sehen, wohin die Reise noch geht." Sein Film, in dem unter anderem Hanna Schygulla mitspielt, setze sich "in verschiedenen Facetten damit auseinander, was bleibt, wenn Menschen sich unwiderruflich trennen müssen".

Der Sohn türkischer Eltern lebt mit Frau und Kind im Hamburger Stadtteil Ottensen. "Auf der anderen Seite" ist nach "Gegen die Wand" der zweite Teil seiner "Liebe, Tod und Teufel"-Trilogie. Die Geschichte erzählt von sechs Menschen, die auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind und erst durch den Tod zusammengeführt werden.

Akin hat mit seinem explosiven Drama "Gegen die Wand" 2004 den Goldenen Bären der Filmfestspiele in Berlin und auch den Europäischen Filmpreis gewonnen. In Cannes war er vor zwei Jahren Mitglied der Wettbewerbsjury und zeigte zugleich dort außer Konkurrenz seinen Musikfilm "Crossing The Bridge".

Weitere deutsche Regisseure

In einer Sondervorführung zeigt außerdem Volker Schlöndorff sein unter anderem in Kasachstan gedrehtes Werk "Ulzhan", das als deutsch-französisch-kasachische Koproduktion entstanden ist.

Desweiteren läuft in der Reihe "Un certain regard" von Robert Thalheim (32) "Am Ende kommen Touristen" als Weltpremiere. Thalheims zweiter Spielfilm nach "Netto" erzählt von einem deutschen Zivildienstleistenden in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz. Und in der offiziellen Kurzfilmauswahl "Cinéfondation" wird "Halbe Stunden" von dem Berliner Filmstudenten Nicolas Wackerbarth präsentiert.

Die Konkurrenz ist groß

Die duetschen Regisseure finden sich in einer illustren Runde: Den Auftakt des Festivals macht der neue Streifen von Wong Kar-wai, "My blueberry night", mit Jude Law und der Jazzsängerin Norah Jones. Außerdem ist der Serbe Emir Kusturica ("Underworld") dieses Jahr mit "Promise Me This" dabei, die amerikanischen Brüder Joel und Ethan Coen ("Barton Fink") wurden mit "No Country For Old Men" eingeladen, Kultregisseur Quentin Tarantino ("Pulp Fiction") zeigt seinen Action-Film "Death Proof" und Gus Van Sant ("Elephant") präsentiert "Paranoid Park".

Das 60. Festival an der Côte d'Azur läuft vom 16. bis zum 27. Mai. Zur Jury gehört der bekannt gegebenen Liste zufolge auch der türkische Literatur-Nobelpreisträger von 2006, Orhan Pamuk. Präsident der Haupt-Jury ist der britische Filmemacher Stephen Frears ("The Queen"). (LW mit AFP, dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben