Filmfestival : Goldener Leopard von Locarno geht nach Mexiko

Der Goldene Leopard des 61. Internationalen Filmfestivals Locarno geht nach Mexiko. Insgesamt gab es 18 Beiträge aus 24 Ländern. Die internationale Jury hat mit der Trophäe den sozialkritischsten Spielfilm fes Festivals geehrt.

Goldener Leopard
Die Trophäe vom Filmfestival Locarno -

LocarnoDer Film "Parque Vía" von Regisseur Enrique Rivero erhielt am Samstag den mit 90.000 Schweizer Franken (rund 56.000 Euro) dotierten Hauptpreis. Damit zeichnete die internationale Jury, der auch der in Deutschland lebende Schweizer Regisseur Dani Levy ("Alles auf Zucker!") angehörte, einen der sozialkritischsten Spielfilme unter den 18 Beiträgen aus 24 Ländern aus. Den Spezialpreis der Jury, dotiert mit 30.000 Schweizer Franken (knapp 19.000 Euro) erhielt die deutsch-polnische Koproduktion "33 Szenen aus dem Leben", ein Psychodrama um eine Frau zwischen Kindheit und Erwachsensein mit der beeindruckenden Julia Jentsch ("Sophie Scholl - Die letzten Tage").

Für die beste Regie wurde Dennis Côté aus Kanada für "Elle Veut le Chaos" ausgezeichnet, einen in Schwarz-Weiß gehaltenen Spielfilm um die Probleme einer jungen Frau in einer von Männern beherrschten Welt. Der begehrte Publikumspreis ging an die internationale, mit deutscher Beteiligung realisierte Gemeinschaftsproduktion "Son of Rambow". Am Donnerstag läuft die zauberhafte, melancholische Komödie über zwei jugendliche Außenseiter voller Leidenschaft für das Kino in Deutschland an. Die erstmals von der Redaktion der US-amerikanischen Fachzeitschrift "Variety" gestiftete Auszeichnung für einen künstlerisch überzeugenden und kommerziell vielversprechenden Film erhält der isländisch-französische Spielfilm "Back Soon", eine überdrehte Komödie um die Existenzkrise einer Frau Ende 30.

Bester Darsteller wurde Tayanç Ayay

Den von einer dreiköpfigen Jury vergebenen Leopard für den besten Erstlingsfilm, ebenfalls dotiert mit 30.000 Schweizer Franken, bekommt "März", das Regiedebüt des österreichischen Schauspielers, Theaterautors und Performancekünstlers Händl Klaus. Er beleuchtet darin in einem düster-satirischen Sozialreport die Folgen des gemeinsamen Suizids dreier Jugendlicher.

Als bester Darsteller wurde der Türke Tayanç Ayay gekürt, der im satirischen Spielfilm "The Market a Tale of Trade" (Deutschland/ England/ Türkei/ Kasachstan) einen modernen Hans im Glück verkörpert. Ausgezeichnet als beste Hauptdarstellerin wurde die Italienerin Ilaria Occhini, die in "Mar Nero" (Italien/ Rumänien/ Frankreich) als Greisin mit dem Mut zu einem neuen Start ins Leben brilliert.

In zwölf Sektionen zeigte das vom 6. bis 16. August veranstaltete Festival insgesamt rund 400 Filme aus aller Welt. Deutschland feierte große Publikumserfolge auf der Piazza Grande mit den außerhalb des Wettbewerbs gezeigten Filmen "Berlin Calling" von Hannes Stöhr, einem spannenden Nachtreport aus der hauptstädtischen Musikszene, und "Nordwand" von Philipp Stölzl, ein packendes Drama um das Bezwingen der Eigernordwand im Jahr 1936. (saw/dpa)

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