Filmfestspiele : Glamour trifft Politik

Viele Stars kommen zur Berlinale-Gala "Cinema for Peace". Anna Netrebko wird die Laudatio halten. Der Glamour zieht aber auch schwarze Schafe an.

Deneuve
Catherine Deneuve (rechts) sorgt für den Glamour. Waris Dirie für die Politik. -Foto: ddp

BerlinCatherine Deneuve, Christopher Lee, Bob Geldof, Hilary Swank und Anna Netrebko sind die Stars des Abends im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Für Unruhe sorgt die Frage, warum bei der Friedensgala ein Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi teilnehme. "Wenn er da ist, werde ich ihm nicht die Hand schütteln", sagte Deneuve. Der Veranstalter Jaka Bizilj fügte hinzu: "Wir werden uns das noch mal anschauen." Die Benefizveranstaltung gehört nicht zum Berlinale-Programm, gilt aber als ein gesellschaftlicher Höhepunkt während der Filmfestspiele.

Auch die siebte Ausgabe der Gala will Glamour und Politik verbinden. Bei "Cinema for Peace" geht es unter anderem um Gewalt gegen Frauen und den Kampf gegen Genitalverstümmelung. Die somalische Bestsellerautorin und UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie ("Wüstenblume") ruft zum Kampf gegen die grausamen Verstümmelungen auf und fordert zum Handeln auf. Umweltaktivist David de Rothschild glaubt, dass der Einfluss von Stars helfen kann: "Wir sehen die Macht der Berühmtheit als Instrument."

Die Gala wird grün

Die Friedensgala will diesmal umweltbewusst sein und lässt Limousinen mit Wasserstoffmotor anrollen. "Cinema for Peace" wird grün, sagt Veranstalter Bizilj. Zusammen mit einem Automobilkonzern wird der mit 250.000 Dollar (172.000 Euro) dotierte Preis Clean Energy Award für ein Umweltprojekt verliehen, das ein Künstler aus der Filmbranche gestartet hat.

Über Saif al-Islam al Gaddafi berichten Beobachter, er gefalle sich in der Rolle des Dandys. Gelegentlich tritt der 35-Jährige mit Äußerungen zum politischen System Libyens an die Öffentlichkeit. Diese widersprechen nicht selten den politischen Vorgaben des Staatschefs Muammar al Gaddafi. Bizilj betont, die Veranstalter seien nicht in der Lage zu sagen, wer kommen darf und wer nicht. Auch der ehemalige DDR-Spionagechef Markus Wolf gehörte früher einmal zu den Gästen. (ml/dpa)

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