Kultur : Filmförderer: Kinokrise kommt aus Hollywood

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Das Kino steckt in der Krise, und was bislang nur Vermutung war, lässt sich jetzt mit Zahlen untermauern: Schuld sind die schlechten Filme. Das jedenfalls glaubt die Filmförderungsanstalt FFA mit einer von ihr in Auftrag gegebenen Kinobesucherstudie belegen zu können. Im ersten Halbjahr 2005 wurden nur noch 60,3 Millionen Tickets verkauft, das ist ein Minus von 16,6 Prozent gegenüber 2004. Für diesen Rückgang sei vor allem das Ausbleiben amerikanischer Blockbuster verantwortlich. Hollywood produziert derzeit nicht nur am europäischen, sondern auch an seinem eigenen Publikum vorbei.

Indizien für die Unzufriedenheit des Kinokunden gibt es in der Studie einige: So sank die die Zahl der Befragten, die Film noch für ein wichtiges Gesprächsthema halten, um die Hälfte, und Special Effects sind nur noch für wenige ein Grund, ins Kino zu gehen. Das sei der Beweis, glaubt FFAVorstand Peter Dinges, dass es sich um keine Struktur-, sondern lediglich um eine Produktkrise handelt, die gemeistert werden könne – durch bessere Filme und durch eine Modernisierung der Spielstätten für zielgruppengerechtes „Erlebniskino“, die die FFA großzügig unterstützen möchte.

Ob so viel monokausaler Zweckoptimismus auch dann noch ansteckend ist, wenn auf der kommenden Berliner Funkausstellung Großbildfernseher zur Hauptattraktion werden? Auch die sich unvermindert fortsetzende Erfolgsgeschichte des deutschen Films nimmt man als Zeichen dafür, dass es sich nicht um generelle Kinomüdigkeit handeln kann. In diesem Jahr hat der deutsche Film die allgemeine Abwärtsspirale sogar leicht abgemildert. Die deutschen Kinos, die momentan von ihren Rücklagen leben, wird das allerdings kaum trösten können. shan

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