Filminstallation : Potz Blitz!

Zwölf Filminstallationen zum Thema „Unwetter“: Es braust und tobt und tost im Keller der Akademie der Künste am Pariser Platz.

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Der brasilianische Künstler Marcellvs L. hat mitten im Gewitter eine Kamera an einer Brücke befestigt. Manchmal bebt das Gerät unter der Gewalt der entfesselten Natur, hält aber mit sturer Hartnäckigkeit stand.

Mit den zwölf Filmen zum Thema „Unwetter“ ergänzt die Akademie der Künste jetzt ihre Ausstellung „Wiederkehr der Landschaft“ (Hanseatenweg 10, bis 30. Mai). An einen Vulkanausbruch hatte noch keiner gedacht, als das Thema formuliert wurde. Die von Alfons Hug kuratierten Arbeiten, die sich zu einer einzigen Installation verdichten, zwingen die Besucher fast in die Knie. Man wird geradezu überwältigt von der Gewalt und Schönheit der Elemente. Majestätisch nähert sich ein Eisbrecher den Betrachtern, in unendlicher Langsamkeit teilt er die grenzenlose weiße Fläche. Die Natur setzt die Menschenzeit außer Kraft und installiert ihre eigene Ewigkeit. Alexander Nikolaev aus Usbekistan hat während eines Schneesturms bei Taschkent einen betenden Moslem gefilmt. Stoisch lässt der Mann in „Prayer“ die unerbittliche Kälte über sich hinwegfegen.

Die dunklen Rauchwolken, die über dem Nigerdelta liegen, sind dagegen von Menschen gemacht. George Osodi hat in seiner Arbeit „Oil Rich Niger Delta“ die Ölgewinnung in Nigeria fotografisch dokumentiert. Den schwarzen Schlamm, die Flammen, die das Gas abfackeln, den rußigen Himmel und die maskierten Milizen. Bei diesem Werk hätte man sich allerdings gewünscht, in einem Kommentar mehr über die politischen Hintergründe zu erfahren.

Vom Wasser bis zum Feuer, vom ewigen Eis bis zum plötzlichen Gewitter reichen die Unwetterszenarien von Künstlern aus zehn Ländern. Zwar versuchen sie allen den Naturgewalten eine Form zu verleihen. Aber ein Funken Unwägbarkeit bleibt immer.

Akademie der Künste, Pariser Platz 4, bis 20. Juni, Di-So 11-20 Uhr

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