Kultur : Filmkomponist Elmer Bernstein gestorben

Ulrich Amling

Wann immer es darum geht, ein Land zu zeigen, in dem Männer in den Sonnenuntergang reiten, einen Kaffee am Lagerfeuer trinken und dabei mit leuchtenden Augen eine Zigarette rauchen, dann ist es – sein Thema. Elmer Bernsteins Western-Hymne aus „Die glorreichen Sieben“ avancierte zum Leitmotiv des „Land of the Free“ und ist als Untermalung von Zigarettenwerbung auch heute noch in jedem Kino zu hören.

Gerade ist dieser Klassiker unter den Soundtracks neu aufgelegt worden, 44 Jahre nach dem ersten Ritt von Yul Brunner, Steve McQueen und Charles Bronson. Sein Komponist ist jetzt im Alter von 82 Jahren in Ojai Valley (Kalifornien) gestorben. Geboren am 4. April 1922 in New York und schon früh von Aaron Copland gefördert, entwickelte sich Bernstein, ein glänzender Pianist, zum amerikanischsten aller Filmkomponisten. Losgelöst von der spätromantischen Musiksprache der ersten Filmkomponisten-Generation Hollywoods, schrieb er 1955 den ersten Soundtrack, der ganz vom Jazz beseelt war. „Der Mann mit dem goldenen Arm“, ein herbes Drama mit Frank Sinatra als heroinsüchtigem Schlagzeuger, begründete Bernsteins Ruhm (mit Leonard B. verbindet ihn nur der Name) und brachte ihm die erste von insgesamt 14 Oscar-Nominierungen ein. Gewonnen hat er ihn nur einmal, für einen schwachen Score zum Musical-Film „Modern Millie“ (1967).

Auf ein Genre ließ sich Bernstein bei seinen über 200 Soundtracks nie festlegen. Nach der Erschaffung der ultimativen Western-Szenerie gab er Komödien Drive, verhalf Independent-Produktionen wie „Mein linker Fuß“ zum Erfolg und schuf zusammen mit Martin Scorsese musikalisch-filmische Meisterwerke wie „Zeit der Unschuld“. Der Regisseur bescheinigte seinem Komponisten, er verleihe einem Film „nicht nur zusätzliche Muskeln, sondern auch noch Glanz und Anmut“. Davon träumen wohl auch jene, die sich zu Elmer Bernsteins Klängen eine Zigarette anzünden.

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