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Ein ganzer Abend für Wim Wenders

TANZ DEN WENDERS

Erstaunlich, dass ein hiesiges Regierungsoberhaupt in der nun schon recht traditionsreichen Hauptstadt Berlin immer noch Aufsehen erregt, wie am Sonntagabend bei der „Pina“-Weltpremiere im Berlinale-Palast. Ein Raunen ging durch den Saal, als dem davor vorgefahrenen Audi, wie innen auf der Leinwand sichtbar, doch tatsächlich Bundeskanzlerin Angela Merkel entstieg. Kurz danach der Wagen mit der Nummer 0-1 war dann schon Routine, schließlich waren Bundespräsident Christian Wulff und seine Frau Bettina schon am Vorabend bei „Almanya“ zu sehen gewesen. Der Verlauf des Abends wird Regisseur Wim Wenders sehr zufriedengestellt haben. Erst die Standing Ovations, dann im Anschluss die kultivierte Party. Fürs Gelingen solch einer Feier ist der Ort nicht unerheblich. Am besten hat er eine Beziehung zum Filmthema, in diesem Fall dem Ausdruckstanz à la Pina, und da kommt das Radialsystem in der Holzmarktstraße gerade recht. Die Gefahr, dass der dortige Saal zu groß sein könnte, bestand schon wegen des übergroßen Wenders-Teams nicht, allein aus Wuppertal waren 18 Mitglieder der Bausch-Company angereist. Unter den Gästen wurden auch Otto Sander und Hannelore Elsner gesichtet, einander zugeprostet wurde mit Champagner. ac

NRW FEIERT MIT DER FILMSZENE

Mit zwei Frauen an der Spitze feierte am späten Sonntagabend die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen ihr 20-jähriges Bestehen. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft begrüßte die neue Geschäftsführerin der Stiftung, Petra Müller, vor rund 1000 Gästen. Sie erinnerte an den „modellhaften Aufbau“ 1991 unter der Regie von Johannes Rau und dem WDR. Auch Christina Rau war zum Empfang gekommen, unmittelbar nach der Premiere von Wim Wenders Film „Pina“. Petra Müller versprach, „alles dafür zu tun, dass die Sache kraftvoll weitergeführt werden kann“. Auf der 61. Berlinale ist die Stiftung mit insgesamt 27 geförderten Projekten dabei, allen voran „Pina“. „Rückenwind für die nächsten 20 Jahre“ bedeutet für Petra Müller vor allem der Auftritt junger Filmemacher, wie die Panorama-Beiträge „Über uns das All“ und „Romeos“ der Kölner Jan Schomburg und Sabine Bernardi. Den Debütfilm „Lollipop Monster“ von Ziska Riemann etwa unterstützte die Stiftung mit 320 000 Euro. Darin geht es um die bedrohte Freundschaft zweier Teenager aus kaputten Elternhäusern. Luci van Org schrieb mit am Drehbuch, Nicolett Krebitz ist auf der Leinwand zu sehen. Nach ihren Lieblingsfilmen aus 20 Jahren befragt, fällt der Ministerpräsidentin spontan „Sönke Wortmanns Fußballfilm“ ein, dann „Die Päpstin“ und „Der Vorleser“. Mit leichten, anmutig präsentierten süßen und salzigen Pralinen bewirteten die Nordrhein-Westfalen ihre Gäste ausgesprochen innovativ. Unter den Gästen waren als Star des Abends Wim Wenders, Staatsminister Bernd Neumann, Moderatorin Sandra Maischberger, Produzentin Regina Ziegler, die Schauspieler Matthias Brandt, Moritz Bleibtreu, Jessica Schwarz und Hannelore Elsner. Vor zehn Jahren fielen die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der Filmstiftung mit einem Abschied zusammen. „Die Filmstiftung verliert ihren Visionär an die Berlinale“ titelte damals die FAZ zum Abschied von Dieter Kosslick. Und der Tagesspiegel schrieb damals: „Nun steht ihm die größte Charme-Offensive seines Lebens bevor ...“ Auch der sprichwörtliche Frauenüberschuss bei der Stiftung kam zur Sprache. Kosslick damals: „Ich kann einfach mit Frauen besser arbeiten.“ Die neue NRW-Spitze zeigt: Das Erbe wirkt noch nach. Bi

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