Filmreihe zum Flüchtlingen : Die Angst reist mit

Seit Jahrzehnten behandeln Filmemacher das Thema Flucht in ihren Filmen. Das Berlin Art Film Festival präsentiert nun eine kleine Filmreihe dazu. Die Einnahmen werden gespendet.

Szene auf einem Boot aus „La Pirogue“ von Moussa Touré
Auf dem Weg nach Europa. „La Pirogue“ von Moussa Touré läuft an diesem Sonntagabend im Central-Kino.Foto: EZEF

Zum Beispiel „Lamerica“, Gianni Amelios Auswandererdrama von 1994: Der überfüllte rostige Riesenfrachter, der die Albaner ins Land ihrer Träume bringen soll, ist eins der eindrücklichsten Kinobilder zum Thema Flucht und Vertreibung. Leinwandgeschichten über Flüchtende sind so alt wie die großen Migrationsbewegungen des 20. Jahrhunderts, von den heimatlosen Helden in den Trümmerfilmen der Nachkriegszeit bis zum TV-Mehrteiler „Die Flucht“ mit Maria Furtwängler 2007, von Historienschinken wie „Exodus“ bis zu Lowbudgetproduktionen wie dem gemeinsam mit afrikanischen Flüchtlingen entwickelten und gedrehten italienischen Spielfilm „Mediterranea“, der nächsten Donnerstag ins Kino kommt.

Ab diesem Sonntag präsentiert das Berlin Art Film Festival bis 26. Oktober nun eine kleine, feine Reihe mit sechs aktuellen Filmen zum Thema, in Zusammenarbeit mit den Kinos fsk, Moviemento, Central und Sputnik. Zum Auftakt der Reihe unter dem etwas sperrigen Titel „Refugees Welcome Fundraiser Screenings“ laufen Miriam Fassbenders Langzeitdoku „Fremd“ über einen jungen Mann aus Mali auf seinem Weg nach Europa (fsk, 14 Uhr) und Moussa Tourés Bootsflucht-Spielfilm „La Pirogue“ aus dem Senegal (Central, 20 Uhr). An den kommenden Wochenenden werden außerdem Fernand Melgars großartiger Dokumentarfilm „The Shelter“ über eine Flüchtlingsunterkunft im winterlichen Lausanne gezeigt und Benjamin Kahlmeyers „Die Unsichtbaren“, mit seltenen Bildern aus der zentralen Erstaufnahmestelle für Asylsuchende in Eisenhüttenstadt. In „Zuwandern“ begleiten Sabine Herpich und Diana Botescu eine rumänische Familie neun Monate lang bei ihrem Versuch, ohne Geld und Unterkunft in Deutschland zurechtzukommen. „Land in Sicht“ von Judith Keil und Antje Kruska beobachtet den Clash der Kulturen bei der alltäglichen Integrationsarbeit in Brandenburg.

Alle Filme werden im Original mit englischen Untertiteln gezeigt; im Anschluss an die Vorführungen werden die Filmemacher oder Refugee-Aktivisten zur Diskussion anwesend sein. Die Beteiligten spenden ihre Einnahmen an ProAsyl, Moabit Hilft und LesMigras.

Infos: berlinartfilmfestival.de, unter news. (chp)

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