Kultur : Filmtipp der Woche: "Lost Highway"

Sassan Niasseri

Mit diesem Film bewies David Lynch großen Mut. "Lost Highway" war ein riskantes Projekt - Lynchs Karriere geriet nach der missglückten Kino-Version von "Twin Peaks" ins Stocken; eine vierjährige Drehpause war die Folge. Ausgerechnet mit seinem Comeback-Versuch entschied sich der Regisseur, auf die narrative Erzählform zu verzichten. Durch diesen Kniff geriet der Film zu seinem Glanzstück: "Lost Highway" ist ein verstörender film noir, ein Road Movie, dessen Spur in die Außenzonen der Obsessionen führt und in seiner Geschichte keinen Realismus kennt. Die Wahrheit bleibt dem Zuschauer vorenthalten - sie spielt sich im Kopf des Musikers Fred (Bill Pullman) ab, der sich nach dem Mord an seiner Frau Renee (Patricia Arquette) in einen Automechaniker verwandelt und in dessen Gestalt mit einer Doppelgängerin Renees eine Affäre beginnt. Sein Identitätsproblem äußert sich im radikalen Wechsel der Farb- Ästhetik - und in den Songs der Industrial-Rocker Rammstein, die mit "Lost Highway" ihre Karriere begründeten.

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