Kultur : Fischerkinder in der Villa Grisebach

MARKUS KRAUSE

Großer Publikumsandrang herrschte gestern bei der Abendveranstaltung der Villa Grisebach mit über 90 ausgewählten Kunstwerken des 20.Jahrhunderts.Zum zweiten Mal in der Geschichte des Hauses war hierfür nicht in die angestammten Räume geladen worden, sondern ins benachbarte Hotel Kempinski, dessen Hauptsaal mit fünfhundert Sitzen genug Platz für das schau- und kauflustige Publikum bot.Der Schwerpunkt des Angebots lag wieder einmal bei der Klassischen Moderne, insbesondere des deutschen Expressionismus, während die Kunst nach 1945 etwas schwächer vertreten war.Prunkstück der Veranstaltung war ein leuchtend farbiges Aktbild des Brücke-Expressionisten Erich Heckel aus dem Jahr 1910, das für 1,8 Millionen Mark etwas unterhalb der Schätzung zugeschlagen wurde, gefolgt von einem ebenfalls weiblichen Akt, den Karl Schmidt-Rottluff vier Jahre später auf Leinwand malte und der schätzungsgemäß 1,3 Millionen Mark erbrachte.Überraschend waren die Ergebnisse für die beiden Berlin-Ansichten von Gustav Wunderwald, die mit 200 000 und 145 000 Mark ihre Schätzpreise verdoppeln konnten.Emil Nolde, der dritte im Bunde, glänzte mit der äußerst seltenen großformatigen Farblithographie der "Fischerkinder" von 1926, die mit 160 000 Mark die Erwartungen leicht übertraf.Ury schließlich repräsentierte den deutschen Impressionismus mit zwei seiner berühmten Berliner Nachtszenen aus der Umgebung von Nollendorfplatz und Unter den Linden, die zu 350 000 und 420 000 Mark zugeschlagen wurden.

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