Kultur : Flick-Collection und Zentralrat doch einig

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Das Präsidium des Zentralrates der Juden in Deutschland hat gestern Berichte über Gespräche mit der Bundesregierung zur geplanten FlickAusstellung dementiert. Das Direktorium habe sich auf seiner jüngsten Sitzung zwar mit der Ausstellung befasst, es gebe aber weder eine offizielle Bitte der Regierung um Gespräche noch einen Erklärungsbedarf in dieser Sache, sagte der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer. Der Zentralratsvize Salomon Korn hatte die geplante Ausstellung des Sammlers Friedrich Christian Flick heftig kritisiert. Die Sammlung sei mit „Blutgeld“ aus dem Vermögen des Großvaters Flick erkauft worden, einem der wichtigsten Rüstungslieferanten Hitlers. Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ vom Sonnabend soll sich Friedrich Christian Flick bereits 2003 persönlich mit Zentralratspräsident Paul Spiegel über die umstrittene Ausstellung verständigt haben. Damals soll die Zentralratsspitze Flick versichert haben, sie hege keinerlei Bedenken gegen die Sammlung. Auch Zentralratsvize Salomon Korn soll von dieser Vereinbarung gewusst haben.

Die „Netzeitung“ berichtet unterdessen, ein Direktoriumsmitglied des Zentralrats, Michael Fürst, verlange von der Bundesregierung eine Verschiebung der für den 21. September geplanten Ausstellungseröffnung. Kulturstaatsministerin Christina Weiss dürfe das Projekt nicht einfach „durchpowern“, sagte Fürst. Sie könne nicht auf die Unterstützung jüdischer Repräsentanten bauen: „Die Juden in Deutschland werden ganz sicher der Flick-Collection in Berlin nicht den Weg bereiten und für Herrn Flick auch nicht die Steigbügel halten.“ Tsp

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